Der Ein­zel­rich­ter und die Zulas­sung der Rechts­be­schwer­de

Die vom Ein­zel­rich­ter aus­ge­spro­che­ne Ent­schei­dung über die Zulas­sung des Rechts­mit­tels ist nicht des­halb unwirk­sam, weil sie durch die Ein­zel­rich­te­rin und nicht durch die Kam­mer erfolgt ist 1.

Der Ein­zel­rich­ter und die Zulas­sung der Rechts­be­schwer­de

Aller­dings unter­liegt die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung des Ein­zel­rich­ters regel­mä­ßig bereits des­halb der Auf­he­bung, weil sie unter Ver­let­zung des Ver­fas­sungs­ge­bots des gesetz­li­chen Rich­ters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) ergan­gen ist. Der Ein­zel­rich­ter hat bei Rechts­sa­chen, in denen er einen Zulas­sungs­grund bejaht, zwin­gend das Ver­fah­ren an das Kol­le­gi­um zu über­tra­gen.

Bejaht er mit der Zulas­sungs­ent­schei­dung zugleich die – im Sin­ne aller in § 574 Abs. 2 ZPO genann­ten Zulas­sungs­grün­de zu ver­ste­hen­de – grund­sätz­li­che Bedeu­tung der Rechts­sa­che, ist sei­ne Ent­schei­dung objek­tiv will­kür­lich und ver­stößt gegen das Ver­fas­sungs­ge­bot des gesetz­li­chen Rich­ters. Die­sen Ver­stoß hat das Rechts­be­schwer­de­ge­richt von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen 2.

Die Zurück­ver­wei­sung der Sache erfolgt an die Ein­zel­rich­te­rin 3, die zunächst unter Berück­sich­ti­gung der Rechts­be­schwer­de­be­grün­dung und der dort zitier­ten Recht­spre­chung zu über­prü­fen haben wird, ob die Vor­aus­set­zun­gen für eine Über­tra­gung an die Kam­mer gemäß § 568 Satz 2 ZPO vor­lie­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Okto­ber 2014 – V ZB 154/​14

  1. BGH, Beschlüs­se vom 13.03.2003 – IX ZB 134/​02, BGHZ 154, 200, 201; vom 08.03.2011 – VIII ZB 65/​10, WuM 2011, 242 Rn. 3; st. Rspr.[]
  2. BGH, Beschluss vom 12.12 2013 – V ZB 178/​13, GuT 2014, 279 Rn. 8; BGH, Beschlüs­se vom 13.03.2003 – IX ZB 134/​02, BGHZ 154, 200, 202 ff.; vom 08.03.2011 – VIII ZB 65/​10, WuM 2011, 242 Rn. 4; st. Rspr.[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 10.04.2003 – VII ZB 17/​02, Rpfle­ger 2003, 448[]