Absen­de­da­tum eines Steu­er­schei­des – und der abwei­chen­de Post­stem­pel

Weicht der Post­stem­pel von dem Absen­de­ver­merk ab, so ent­spricht es der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung, dass dem Post­stem­pel der Vor­rang zu gewäh­ren ist1.

Absen­de­da­tum eines Steu­er­schei­des – und der abwei­chen­de Post­stem­pel

Die­se Recht­spre­chung betrifft zwar Post­be­för­de­run­gen durch die dama­li­ge Deut­sche Bun­des­post, bei der die Anwei­sung galt, Sen­dun­gen mit einem Stem­pel­auf­druck zu ver­se­hen, der Tag und Stun­de der Ein­lie­fe­rung bei der Post­dienst­stel­le bzw. der Stem­pe­lung aus­weist. Nichts ande­res kann aber für den Fall einer nach­träg­li­chen Stem­pe­lung durch einen pri­va­ten Zustel­ler gel­ten.

Dies gilt jeden­falls dann, wenn Anhalts­punk­te dafür, dass die Brief­sen­dung – wie im Fall, der dem BFH, Beschluss in BFH/​NV 2011, 564 zugrun­de liegt – vor­da­tiert wor­den ist, nicht ersicht­lich sind.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 28. Juli 2016 – X B 205/​15

  1. vgl. nur BFH, Beschluss in BFH/​NV 2011, 564, unter 1.b cc, m.w.N. []