Die Beweis­kraft einer Post­zu­stel­lungs­ur­kun­de

Eine Post­zu­stel­lungs­ur­kun­de lie­fert Beweis für die Über­ga­be des Schrift­stücks. Eine Erschüt­te­rung die­ses Bewei­ses ist nur durch Gegen­be­weis mög­lich.

Die Beweis­kraft einer Post­zu­stel­lungs­ur­kun­de

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klä­gers hät­te sich dem Finanz­ge­richt eine Ver­neh­mung des Zustel­lers als Zeu­gen für die Zustel­lung des Haf­tungs­be­scheids vom 31.03.2009 nicht von Amts wegen auf­drän­gen müs­sen. Den Sach­ver­halt hat es hin­rei­chend auf­ge­klärt.

Das Gericht darf sich mit der Wür­di­gung des Inhalts der Zustel­lungs­ur­kun­de nach § 182 Abs. 1 Satz 1 ZPO, die den vol­len Beweis für die in ihr bezeug­ten Tat­sa­chen erbringt 1 begnü­gen. Die Beweis­kraft, die der Urkun­de nach § 418 ZPO zukommt, erstreckt sich auch auf die Über­ga­be des Schrift­stücks an die in der Zustel­lungs­ur­kun­de genann­te Per­son 2. Ein Gegen­be­weis kann nur durch den Beweis der Unrich­tig­keit der in der Zustel­lungs­ur­kun­de bezeug­ten Tat­sa­chen geführt wer­den 3.

Hier­zu ist es nicht aus­rei­chend, dass sich der Klä­ger ledig­lich dar­auf beruft, den Haf­tungs­be­scheid nicht erhal­ten zu haben und sich an die Zustel­lung nicht erin­nern zu kön­nen. Die­sem Vor­brin­gen kann eine erfor­der­li­che Sub­stan­ti­ie­rung nicht ent­nom­men wer­den. Eine wei­te­re Sach­auf­klä­rung muss­te das Gericht daher aus sei­ner maß­geb­li­chen Sicht nicht betrei­ben.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 10 .Juli 2013 – VII B 11/​13

  1. BFH, Beschluss vom 14.02.2007 – XI B 108/​05, BFH/​NV 2007, 1158[]
  2. BFH, Beschluss vom 16.06.2005 – VII B 138/​04, BFH/​NV 2005, 1869[]
  3. BFH, Urteil vom 02.06.1987 – VII R 36/​84, BFH/​NV 1988, 170, m.w.N.[]