Der Streit um Ver­lus­te im Ergän­zungs­ver­mö­gen – und die not­wen­di­ge Bei­la­dung der GbR-Gesell­schaf­ter

Das Unter­las­sen der not­wen­di­gen Bei­la­dung durch das Finanz­ge­richt begrün­det einen Ver­stoß gegen die Grund­ord­nung des Ver­fah­rens, der vom Revi­si­ons­ge­richt von Amts wegen zu prü­fen ist; das ange­foch­te­ne Urteil ist schon des­halb auf­zu­he­ben.

Der Streit um Ver­lus­te im Ergän­zungs­ver­mö­gen – und die not­wen­di­ge Bei­la­dung der GbR-Gesell­schaf­ter

Die Bei­la­dung selbst kann indes in der Revi­si­ons­in­stanz nach § 123 Abs. 1 Satz 2 FGO nach­ge­holt wer­den. Der Bun­des­fi­nanz­hof kann sein ihm in die­ser Vor­schrift ein­ge­räum­tes Ermes­sen dahin gehend aus­üben, dass er von einer Zurück­ver­wei­sung der Sache an das Finanz­ge­richt aus ver­fah­rens­recht­li­chen Grün­den abge­se­hen und die Bei­la­dung selbst vor­nimmt.

In einem Rechts­streit um den Ansatz von Ver­lus­ten im Ergän­zungs­ver­mö­gen, um die Berück­sich­ti­gung von Schuld­zin­sen, die antei­lig auf eine Gesell­schaf­te­rin ent­fal­len und um die Bemes­sungs­grund­la­ge für Abset­zun­gen, die die Gesell­schaf­te­rin vor­ge­nom­men hat, ist die Gesell­schaf­te­rin gemäß § 48 Abs. 1 Nr. 5 FGO im Ver­fah­ren der geson­der­ten und ein­heit­li­chen Fest­stel­lung kla­ge­be­fugt und mit­hin not­wen­dig bei­zu­la­den [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 29. Okto­ber 2019 – IX R 38/​17

  1. vgl. BFH, Urteil vom 13.04.2017 – IV R 25/​15, BFH/​NV 2017, 1182; Lei­pold in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler ‑HHSp‑, § 60 FGO Rz 70, m.w.N.[]