Eigen­heim­zu­la­ge bei Anschaf­fung von Genos­sen­schafts­an­tei­len

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te vor einem knap­pen Jahr ent­schie­den 1, dass es für die Beur­tei­lung, ob es sich um eine nach § 17 Eig­ZulG begüns­tig­te Genos­sen­schaft han­delt, nicht dar­auf ankommt, dass mehr als 2/​3 des Geschäfts­gut­ha­bens der Genos­sen und der auf­ge­nom­me­nen Kre­dit­mit­tel zu woh­nungs­wirt­schaft­li­chen Zwe­cken ver­wen­det wer­den. Fer­ner set­ze das Gesetz nicht vor­aus, dass neu ange­schaff­te und errich­te­te Woh­nun­gen über­wie­gend an Genos­sen­schafts­mit­glie­der über­las­sen wer­den müs­sen.

Eigen­heim­zu­la­ge bei Anschaf­fung von Genos­sen­schafts­an­tei­len

Die Finanz­ver­wal­tung zieht nun­mehr die Kon­se­quen­zen aus die­sem Urteil und hält an der ent­ge­gen­ste­hen­den Ver­wal­tungs­auf­fas­sung 2 nicht mehr fest.

Nun­mehr gilt nach Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung:

Das Han­deln der Genos­sen­schaft muss auf die Her­stel­lung oder Anschaf­fung von Woh­nun­gen aus­ge­rich­tet sein. Ist bei Grün­dung der Genos­sen­schaft kein Woh­nungs­be­stand vor­han­den, ist die Eigen­heim­zu­la­ge nach § 165 Absatz 1 AO vor­läu­fig fest­zu­set­zen. Die Genos­sen­schaft muss unver­züg­lich mit der Inves­ti­ti­ons­tä­tig­keit begin­nen, wobei die übli­chen Vor­be­rei­tun­gen wie Bau­land- oder Gebäu­de­be­schaf­fung, Pla­nungs- und Bau­an­trags­ver­fah­ren mit ein­zu­be­zie­hen sind. Von einem unver­züg­li­chen Beginn der Inves­ti­ti­ons­tä­tig­keit kann ohne nähe­re Prü­fung aus­ge­gan­gen wer­den, wenn mit der Inves­ti­ti­ons­tä­tig­keit inner­halb eines Jah­res nach dem erst­ma­li­gen Erwerb von Genos­sen­schafts­an­tei­len durch Genos­sen­schafts­mit­glie­der begon­nen wor­den ist. Eine Ver­wen­dung zu woh­nungs­wirt­schaft­li­chen Zwe­cken liegt nicht vor, soweit sich eine Genos­sen­schaft kapi­tal­mä­ßig an einer ande­ren Gesell­schaft betei­ligt, die das Inves­ti­ti­ons­vor­ha­ben durch­führt oder die Genos­sen­schaft ihre Woh­nun­gen im Umlauf­ver­mö­gen bilan­ziert.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 4. Juni 2009 – IV C 1 – EZ 1170/​0 [2009/​0273168]

  1. BFH, Urteil vom 19. August 2008 – IX R 3/​08[]
  2. BMF-Schrei­ben vom 21. Dezem­ber 2004, BSt­Bl 2005 I S. 305[]