Kos­ten­er­stat­tung – und die Umsatz­steu­er

Für die begehr­te vol­le Erstat­tung der Umsatz­steu­er auf das Hono­rar genügt nicht die Erklä­rung, dass die Kos­ten­gläu­bi­ger nur zu einem gerin­gen Teil vor­steu­er­ab­zugs­be­rech­tigt sind.

Kos­ten­er­stat­tung – und die Umsatz­steu­er

Hin­sicht­lich der nach §§ 3, 45 StBVV i. V. m. Nr. 7008 RVG-VV, § 139 FGO begehr­ten Umsatz­steu­er auf die fest­ge­setz­ten Gebüh­ren fehl­te es in dem hier vom Finanz­ge­richt Ham­burg ent­schie­de­nen Fall an einer glaub­haf­ten Erklä­rung gemäß § 149 FGO i. V. m. § 104 Abs. 2 ZPO, dass oder inwie­weit die bei­den Kos­ten­gläu­bi­ger nicht vor­steu­er­ab­zugs­be­rech­tigt sind. Der Vor­trag, dass bei­de nur zu einem gerin­gen Teil vor­steu­er­ab­zugs­be­rech­tigt sei­en, genügt dafür nicht. Viel­mehr wird aus die­ser Erklä­rung offen­sicht­lich, dass die Berech­ti­gung zum Vor­steu­er­ab­zug gera­de nicht ins­ge­samt fehlt.

Unter der­ar­ti­gen Umstän­den ist der vol­le Umsatz­steu­er­an­satz im Kos­ten­fest­set­zungs­ge­such unzwei­fel­haft unrich­tig und letz­te­res inso­weit zurück­zu­wei­sen, wenn kei­ne sub­stan­zi­ier­te indi­vi­du­ell und anteils­mä­ßig bezif­fer­te Erklä­rung zur Vor­steu­er­ab­zugs-Berech­ti­gung abge­ge­ben wor­den ist 1.

Die Erklä­rung nach § 104 Abs. 2 Satz 3 ZPO hät­te sich auf den Streit­ge­gen­stand und die Ver­hält­nis­se im Zeit­punkt der Fäl­lig­keit der Ver­gü­tung bezie­hen müs­sen; gege­be­nen­falls auf die nach Been­di­gung der unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit fort­be­stehen­de Berech­ti­gung zum Vor­steu­er­ab­zug 2.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 19. Novem­ber 2015 – 3 KO 226/​15

  1. vgl. FG Köln, Beschluss vom 28.06.2007 – 10 Ko 715/​07, EFG 2007, 1474; OLG Hamm, Beschluss vom 21.08.2003 – 23 W 154/​03, OLGR Hamm 2004, 12; OLG Karls­ru­he, Beschluss vom 04.02.2002 – 3A W 89/​01, OLGR Karls­ru­he 2002, 288[]
  2. FG Köln, Beschluss vom 06.05.2010 – 10 Ko 4314/​08, EFG 2010, 1640; FG Müns­ter, Beschluss vom 16.12.2009 – 8 Ko 3497/​09 KFB, EFG 2010, 592[]