Pensionspferdehaltung

In der Vergangenheit war die umsatzsteuerliche Behandlung von Pensionspferdehaltung häufig Gegenstand finanzgerichtlicher Verfahren. Dabei war streitig, ob die Anbieter neben der umsatzsteuerfreien entgeltlichen Überlassung der Pferdeboxen weitere umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringen. Ferner war streitig, ob diese umsatzsteuerpflichtigen Umsätze dem Regelsteuersatz oder dem ermäßigten Steuersatz unterliegen.

Pensionspferdehaltung

In einem jetzt vom Finanzgericht Düsseldorf entschiedenen Streitfall ging es um die weitere Frage, ob die Umsätze aus einer Pensionspferdehaltung der Durchschnittssatzbesteuerung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach § 24 des UStG oder der Regelbesteuerung unterliegen. Nach Ansicht des Finanzgerichts Düsseldorf ist § 24 Abs. 1 Satz 1 UStG, der die Umsatzbesteuerung nach Durchschnittssätzen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe regelt, richtlinienkonform dahingehend auszulegen, dass diese Vorschrift nur Lieferungen landwirtschaftlicher Erzeugnisse und die landwirtschaftlichen Dienstleistungen, auf die die Pauschalregelung des Art. 25 der 6. EG-Richtlinie Anwendung findet, erfasst. Das betreffe nur solche landwirtschaftlichen Dienstleistungen, die normalerweise zur landwirtschaftlichen Produktion beitragen. Das Einstellen und Betreuen von Reitpferden, die von ihren Eigentümern zur Ausübung des Reitsports genutzt würden, sei kein „Hüten von Vieh“ im Sinne der 6. EG-Richtlinie. Damit scheidet eine Besteuerung nach Durchschnittssätzen für die Pensionspferdehaltung aus.

Finanzgericht Düsseldorf, Urteil vom 13. Februar 2009 – 1 K 107/08 U