Adhä­si­ons­an­trä­ge – Pro­zess­ko­sen­hil­fe und der erfor­der­li­che Adhä­si­ons­an­trag

Für eine Adhä­si­ons­ent­schei­dung ist es nicht aus­rei­chend, dass Zah­lungs­an­trä­gen ‚nach bewil­lig­ter Pro­zess­kos­ten­hil­fe‘ ange­kün­digt wer­den, auch wenn in der Fol­ge die Pro­zess­kos­ten­hil­fe bewil­ligt wird.

Adhä­si­ons­an­trä­ge – Pro­zess­ko­sen­hil­fe und der erfor­der­li­che Adhä­si­ons­an­trag

Viel­mehr ist erfor­der­lich, dass nach Bewil­li­gung der Pro­zess­kos­ten­hil­fe bis zum Beginn der Schluss­vor­trä­ge eine Antrag­stel­lung erfolgt.

Dass die Neben­klä­ger­ver­tre­te­rin in ihrem zuvor gestell­ten Antrag auf Pro­zess­kos­ten­hil­fe die Stel­lung eines Ent­schä­di­gungs­an­tra­ges ange­kün­digt hat, kann das von § 404 Abs. 1 Satz 1 StPO aus­drück­lich ver­lang­te; und vom Revi­si­ons­ge­richt von Amts wegen zu prü­fen­de – Stel­len des Antra­ges selbst nicht erset­zen 1.

Das Pro­zess­kos­ten­hil­fe­ver­fah­ren ein­schließ­lich der Bewil­li­gung der Pro­zess­kos­ten­hil­fe hat weder zur Rechts­hän­gig­keit der Anträ­ge aus der PKH-Antrags­schrift geführt noch die Rege­lung in § 404 Abs. 1 Satz 1 StPO gegen­stands­los gemacht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Okto­ber 2016 – 4 StR 352/​16

  1. BGH, Beschluss vom 14.11.1989 – 5 StR 522/​89; Zabeck in KK-StPO, 7. Aufl., § 404 Rn. 1, 3[]
  2. BGH, Beschluss vom 23.07.2015 – 3 StR 194/​15; BGH, Beschluss vom 09.08.1988 – 4 StR 342/​88[]