Auf­recht­erhal­tung der Arre­st­an­ord­nung nach Urteils­ver­kün­dung – und die Beschwer­de

Nach § 121 Abs. 1 Nr. 2 GVG sind die Ober­lan­des­ge­rich­te für die Ent­schei­dung über das Rechts­mit­tel der Beschwer­de gegen straf­ge­richt­li­che Ent­schei­dun­gen zustän­dig, soweit kei­ne ander­wei­ti­ge Zustän­dig­keit begrün­det ist. Eine abwei­chen­de Rege­lung der Zustän­dig­keit über die Beschwer­de ist gegen die Anord­nung der Fort­dau­er der Arre­st­an­ord­nung nach Urteils­ver­kün­dung in § 111i StPO nicht vor­ge­se­hen.

Auf­recht­erhal­tung der Arre­st­an­ord­nung nach Urteils­ver­kün­dung – und die Beschwer­de

Für eine ent­spre­chen­de Anwen­dung ande­rer Bestim­mun­gen, wie § 305a Abs. 2, § 464 Abs. 3 Satz 2 StPO oder § 6 Abs. 3 Satz 2 StrEG, bleibt kein Raum. Es fehlt an einer Rege­lungs­lü­cke im Gesetz 1, auch wenn das Beschwer­de­ge­richt an Fest­stel­lun­gen des Gerichts im Urteil bis zu deren Auf­he­bung durch das Revi­si­ons­ge­richt gebun­den ist, da die­se nur im Revi­si­ons­ver­fah­ren auf Rechts­feh­ler über­prüf­bar sind.

Die Dif­fe­ren­zie­rung bei den For­men der Ent­schei­dun­gen über die Auf­recht­erhal­tung der Arre­st­an­ord­nung durch Beschluss und den Aus­spruch gemäß § 111i Abs. 2 StPO im Urteil des Gerichts ent­spricht dem Wil­len des Gesetz­ge­bers 2. Glei­ches gilt für die sich hier­aus erge­ben­den Zustän­dig­kei­ten der Rechts­mit­tel­ge­rich­te.

Zweck­mä­ßig­keits­er­wä­gun­gen gestat­ten es nicht, von der sich aus dem Gesetz erge­ben­den Zustän­dig­keits­ver­tei­lung abzu­wei­chen (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Novem­ber 2016 – 2 StR 9/​15

  1. vgl. OLG Hamm, Beschluss vom 04.09.2014 – III3 Ws 253/​14[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 17.02.2010 – 2 StR 524/​09, BGHSt 55, 62, 64[]
  3. BGBl I 2013, 1809[]