Aus­schluss der Öffent­lich­keit bei der Zeu­gen­ver­neh­mung – und ihre revi­si­ons­ge­richt­li­che Überprüfung

Auf die Bean­stan­dung, der von der Straf­kam­mer für den Aus­schluss der Öffent­lich­keit ange­nom­me­ne Aus­schluss­grund des § 171b Abs. 1 GVG habe tat­säch­lich nicht vor­ge­le­gen, kann die Revi­si­on nicht gestützt werden.

Aus­schluss der Öffent­lich­keit bei der Zeu­gen­ver­neh­mung – und ihre revi­si­ons­ge­richt­li­che Überprüfung

Denn die gericht­li­che Ent­schei­dung, ob die in § 171b Abs. 1 GVG nor­mier­ten tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für einen Aus­schluss der Öffent­lich­keit im Ein­zel­fall vor­lie­gen, ist nach § 171b Abs. 5 GVG unan­fecht­bar und daher gemäß der Rege­lung des § 336 Satz 2 StPO der revi­si­ons­ge­richt­li­chen Kon­trol­le ent­zo­gen [1].

Dem Revi­si­ons­ge­richt ist inso­weit eine inhalt­li­che Über­prü­fung der Begrün­dung der Aus­schlie­ßungs­ent­schei­dung verwehrt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Novem­ber 2020 – 4 StR 223/​20

  1. vgl. BGH, Urteil vom 21.06.2012 ? 4 StR 623/​11, BGHSt 57, 273, 275; Beschluss vom 19.12.2006 ? 1 StR 268/​06, NJW 2007, 709; vgl. Wickern in Löwe-Rosen­berg, StPO, 26. Aufl., § 171b GVG Rn. 25[]

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