Der Dro­gen­ku­rier als (Mit-)Händler

Bei einem Dro­gen­ku­rier kann es für eine Ver­ur­tei­lung wegen täter­schaft­li­chen Han­del­trei­bens an der hier­für erfor­der­li­chen Eigen­nüt­zig-

Der Dro­gen­ku­rier als (Mit-)Händler

keit feh­len.

Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn er für den Trans­port der Betäu­bungs­mit­tel kei­ne Ent­loh­nung erhal­ten, son­dern viel­mehr auf­grund der Dro­hung sei­ner Auf­trag­ge­ber ohne erkenn­ba­ren eige­nen Vor­teil fremd­nüt­zig die Dro­gen ent­ge­gen­ge­nom­men und in sei­ne Woh­nung ver­bracht hat.

Dass die­se Tätig­keit durch zuvor erlang­ten Lohn abge­gol­ten sein soll­te, besagt nichts ande­res, als dass er für die jetzt abge­ur­teil­te Tat kein wei­te­res Ent­gelt erhal­ten soll­te und damit nicht eigen­nüt­zig gehan­delt hat.

Im Übri­gen stell­te sich das Han­deln des Ange­klag­ten im hier ent­schie­de­nen Fall ent­spre­chend der nach all­ge­mei­nen Kri­te­ri­en vor­zu­neh­men­den Abgren­zung zwi­schen Täter­schaft und Bei­hil­fe ledig­lich als blo­ße Unter­stüt­zungs­hand­lung einer frem­den Tat dar: Der Ange­klag­te han­del­te ohne erkenn­bar eige­nes Inter­es­se beim Trans­port der Dro­gen, der ihm von sei­nen Auf­trag­ge­bern – ohne dass die­ser so ver­ein­bart wor­den wäre – vor­ge­ge­ben war. Er hat­te als blo­ßer Kurier, der nicht wuss­te, was mit den Betäu­bungs­mit­teln wei­ter gesche­hen soll­te, kei­ne Tat­herr­schaft, han­del­te ohne­hin nur auf­grund der ihm gegen­über aus­ge­spro­che­nen Dro­hung und för­der­te inso­weit ledig­lich eine frem­de Tat. Sein Tun erweist sich als blo­ße Bei­hil­fe zum Han­del­trei­ben sei­ner Auf­trag­ge­ber, zu dem tat­ein­heit­lich der uner­laub­te Besitz von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge hin­zu­tritt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Sep­tem­ber 2016 – 2 StR 376/​16