Hang zur Can­na­bis­ab­hän­gig­keit – und der sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang mit der Tat

Ein sym­pto­ma­ti­scher Zusam­men­hang zwi­schen dem rechts­feh­ler­frei fest­ge­stell­ten Hang (psy­chi­sche Can­na­bis­ab­hän­gig­keit, begin­nen­de Koka­in­ab­hän­gig­keit) und dem "ange­klag­ten Dro­gen­ge­schäft" ist zu beja­hen, wenn der Hang allein oder zusam­men mit ande­ren Umstän­den dazu bei­getra­gen hat, dass der Täter eine erheb­li­che rechts­wid­ri­ge Tat began­gen hat und dies bei unver­än­der­tem Sucht­ver­hal­ten auch für die Zukunft zu besor­gen ist 1.

Hang zur Can­na­bis­ab­hän­gig­keit – und der sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang mit der Tat

Dabei kann es zwar auch aus­rei­chend sein, dass sich der Täter nur wegen sei­nes über­mä­ßi­gen Kon­sums berau­schen­der Sub­stan­zen in dem "sozia­len Milieu" auf­ge­hal­ten hat, in dem es zu der Tat kam 2.

Hier­zu bedarf es aber kon­kre­ter Fest­stel­lun­gen und einer am Fall ori­en­tier­ten Bewer­tung 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. April 2015 – 4 StR 92/​15

  1. BGH, Beschluss vom 06.11.2013 – 5 StR 432/​13, Rn. 4; Beschluss vom 30.07.2013 – 2 StR 174/​13, NStZ-RR 2013, 340; Beschluss vom 25.05.2011 – 4 StR 27/​11, NStZ-RR 2011, 309; Beschluss vom 19.05.2009 – 3 StR 191/​09, BGHR StGB § 64 Zusam­men­hang, sym­pto­ma­ti­scher 5 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 14.01.2014 – 1 StR 531/​13, NStZ 2014, 107; zum sog. indi­rek­ten sym­pto­ma­ti­schen Zusam­men­hang Schöch in Leip­zi­ger Kom­men­tar zum StGB, 12. Aufl., § 64 Rn. 40; SSW-StG­B/­Kas­par, 2. Aufl., § 64 Rn. 27[]
  3. vgl. Fischer, StGB, 62. Aufl., § 64 Rn. 13[]