Mehr­ak­ti­ge Tat­ge­sche­hen – und der fehl­ge­schla­ge­ne Ver­such

Ein Ver­such ist fehl­ge­schla­gen, wenn die Tat nach dem Miss­lin­gen des zunächst vor­ge­stell­ten Tat­ab­laufs mit den bereits ein­ge­setz­ten oder ande­ren nahe­lie­gen­den Mit­teln objek­tiv nicht mehr voll­endet wer­den kann und der Täter dies erkennt, oder wenn er sub­jek­tiv die Voll­endung der Tat nicht mehr für mög­lich hält 1.

Mehr­ak­ti­ge Tat­ge­sche­hen – und der fehl­ge­schla­ge­ne Ver­such

Bei einem mehr­ak­ti­gen Gesche­hen ist der Rück­tritt vom Ver­such hin­sicht­lich eines Ein­zel­akts aus­ge­schlos­sen, wenn die­ser Ein­zel­akt bereits als fehl­ge­schla­ge­ner Ver­such zu wer­ten ist 2.

Sind die Ein­zel­ak­te unter­ein­an­der und mit der letz­ten Tat­hand­lung durch die sub­jek­ti­ve Ziel­set­zung des Ange­klag­ten zu einem ein­heit­li­chen Gesche­hen ver­bun­den, kommt es für die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob ein fehl­ge­schla­ge­ner Ver­such vor­liegt, allein auf die sub­jek­ti­ve Sicht des Ange­klag­ten nach Abschluss der letz­ten Aus­füh­rungs­hand­lung an 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Novem­ber 2018 – 4 StR 332/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 22.08.2017 – 3 StR 299/​17, NStZ-RR 2017, 335[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 08.10.2008 – 4 StR 233/​08, NStZ 2009, 628; vom 04.06.2014 – 4 StR 168/​14[]
  3. BGH, Urtei­le vom 17.02.2016 – 2 StR 213/​15, NStZ-RR 2017, 149, 151; vom 08.02.2007 – 3 StR 470/​06, NStZ 2007, 399; zu den Kon­kur­ren­zen sie­he auch BGH, Urteil vom 30.11.1995 – 5 StR 465/​95, BGHSt 41, 368, 369[]