Mut antrin­ken – und die Ent­zie­hungs­an­stalt

Eine Maß­re­gel­an­ord­nung nach § 64 StGB ist aus­ge­schlos­sen, wenn die aus­ge­ur­teil­ten Taten nicht auf einen Hang des Ange­klag­ten, Alko­hol oder Betäu­bungs­mit­tel im Über­maß zu kon­su­mie­ren, zurück­gin­gen.

Mut antrin­ken – und die Ent­zie­hungs­an­stalt

Die­ser sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang erfor­dert, dass die Anlas­s­tat in dem Hang ihre Wur­zel fin­det 1, wobei eine Mit­ur­säch­lich­keit aus­reicht 2.

Dies ist nicht der Fall, wenn der Alko­hol­ge­nuss nicht den Tatent­schluss aus­ge­löst hat, son­dern er umge­kehrt nur ein vom Ange­klag­ten gezielt ein­ge­setz­tes Mit­tel war, um sich – nach Pla­nung und Vor­be­rei­tung der Taten – psy­chisch in die Lage zu ver­set­zen, den Tat­plan auch durch­zu­füh­ren. Dies begrün­de­te den sym­pto­ma­ti­schen Zusam­men­hang zwi­schen Hang und Anlas­s­tat noch nicht 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juni 2016 – 3 StR 231/​16

  1. BGH, Urteil vom 11.09.1990 – 1 StR 293/​90, NStZ 1991, 128[]
  2. BGH, Beschluss vom 19.05.2009 – 3 StR 191/​09, BGHR StGB § 64 Zusam­men­hang, sym­pto­ma­ti­scher 5[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 11.09.1990 – 1 StR 293/​90, NStZ 1991, 128; Münch­Komm-StG­B/van Gemme­ren, 2. Aufl., § 64 Rn. 45[]