Nach­träg­li­che Gesamt­stra­fen­bil­dung – und die Ent­zie­hungs­an­stalt

Bei der Ent­schei­dung über die Anord­nung der Maß­re­gel haben die Grund­sät­ze der nach­träg­li­chen Gesamt­stra­fen­bil­dung Vor­rang vor der Rege­lung des § 67f StGB 1.

Nach­träg­li­che Gesamt­stra­fen­bil­dung – und die Ent­zie­hungs­an­stalt

Die Maß­re­gel aus dem frü­he­ren, in die Gesamt­stra­fen­bil­dung ein­be­zo­ge­nen Urteil ist daher auf­recht­zu­er­hal­ten, wohin­ge­gen eine neu­er­lich ange­ord­ne­te Maß­re­gel des­we­gen zu ent­fal­len hat 2.

Über die Anord­nung des Vor­weg­voll­zugs ist erneut zu ent­schei­den. Dabei ist zu beach­ten, dass die bereits begon­ne­ne Behand­lung in der Ent­zie­hungs­an­stalt aktu­ell drin­gen­de The­ra­pie­be­dürf­tig­keit begrün­den kann, um die bereits ange­lau­fe­nen the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men durch eine Rück­ver­le­gung in die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt nicht zunich­te zu machen. Da die gesetz­li­chen Rege­lun­gen über die Voll­stre­ckungs­rei­hen­fol­ge auch der Siche­rung des The­ra­pie­er­folgs die­nen, muss die­se voll­stre­ckungs­recht­li­che Fol­ge bei der Ent­schei­dung über die Anord­nung des Vor­weg­voll­zugs bedacht wer­den 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Juni 2019 – 1 StR 81/​19

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 09.11.2017 – 1 StR 456/​17 Rn. 9, BGHR StGB § 67 Abs. 2 Vor­weg­voll­zug, Abse­hen 1; vom 27.09.2016 – 5 StR 417/​16; und vom 25.11.2010 – 3 StR 406/​10 Rn. 3; Urteil vom 11.09.1997 – 4 StR 287/​97 Rn. 16, BGHR StGB § 64 Anord­nung 4
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 10.12 1981 – 4 StR 622/​81, BGHSt 30, 305; und vom 11.09.1997 – 4 StR 287/​97 Rn. 16, BGHR StGB § 64 Anord­nung 4; Beschluss vom 27.09.2016 – 5 StR 417/​16
  3. BGH, Beschlüs­se vom 09.11.2017 – 1 StR 456/​17 Rn. 11, BGHR StGB § 67 Abs. 2 Vor­weg­voll­zug, Abse­hen 1; vom 13.11.2018 – 3 StR 243/​18 Rn. 9; und vom 18.09.2018 – 3 StR 329/​18