Schmer­zens­geld per Adhä­si­ons­ent­schei­dung – und die erfor­der­li­che Begrün­dung

Die gene­rell an Straf­ur­tei­le zu stel­len­den Anfor­de­run­gen an die Begrün­dungs­pflicht gel­ten auch für eine im Straf­ur­teil getrof­fe­ne Adhä­si­ons­ent­schei­dung.

Schmer­zens­geld per Adhä­si­ons­ent­schei­dung – und die erfor­der­li­che Begrün­dung

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall hat­te das Land­ge­richt zur Begrün­dung der Höhe des Schmer­zens­geld­an­spruchs ledig­lich aus­ge­führt, dass es "die Schwe­re der Ver­let­zung des Neben­klä­gers und die nicht uner­heb­li­chen, wahr­schein­lich blei­ben­den Fol­gen einer­seits und die Schwe­re des Ver­schul­dens des Ange­klag­ten ande­rer­seits gegen­ein­an­der abge­wo­gen" habe. Der­ar­ti­ge all­ge­mei­ne Erwä­gun­gen genü­gen nicht den Anfor­de­run­gen an die Begrün­dungs­pflicht, die auch für die im Straf­ur­teil getrof­fe­ne Ent­schei­dung über zivil­recht­li­che Ansprü­che gilt.

Ins­be­son­de­re wird mit die­ser Begrün­dung der Adhä­si­ons­ent­schei­dung schon nicht deut­lich, ob die Kam­mer dabei, wie regel­mä­ßig erfor­der­lich, die per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se der Tat­be­tei­lig­ten berück­sich­tigt hat 1.

Da die Zurück­wei­sung der Sache allein wegen des zivil­recht­li­chen Teils der Ent­schei­dung nicht in Betracht kommt 2, sieht der Bun­des­ge­richts­hof von einer Ent­schei­dung über den Adhä­si­ons­an­trag ab.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Sep­tem­ber 2014 – 3 StR 325/​14

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 07.07.2010 – 2 StR 100/​10, NStZ-RR 2010, 344; vom 29.11.2011 – 3 StR 326/​11 13 mwN[]
  2. vgl. Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 57. Aufl., § 406a Rn. 5 mwN[]