Täter­schaft und Teil­nah­me – bei einer Schlä­ge­rei

Die Abgren­zung von Täter­schaft und Teil­nah­me rich­tet sich auch im Bereich des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB – sowohl hin­sicht­lich der an den Kör­per­ver­let­zungs­hand­lun­gen unmit­tel­bar Betei­lig­ten, als auch der Außen­ste­hen­den und Abwe­sen­den – nach den all­ge­mei­nen Regeln [1].

Täter­schaft und Teil­nah­me – bei einer Schlä­ge­rei

Ins­be­son­de­re macht Gemein­schaft­lich­keit im Sin­ne des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB aus einer Bei­hil­fe kei­ne Täter­schaft [2].

Bei Betei­li­gung meh­re­rer Per­so­nen, von denen nicht jede sämt­li­che Tat­be­stands­merk­ma­le ver­wirk­licht, han­delt mit­tä­ter­schaft­lich, wer sei­nen eige­nen Tat­bei­trag so in die gemein­schaft­li­che Tat ein­fügt, dass er als Teil der Hand­lung eines ande­ren Betei­lig­ten und umge­kehrt des­sen Tun als Ergän­zung des eige­nen Tat­an­teils erscheint.

Ob ein Betei­lig­ter ein so enges Ver­hält­nis zur Tat hat, ist nach den gesam­ten Umstän­den, die von sei­ner Vor­stel­lung umfasst sind, in wer­ten­der Betrach­tung zu beur­tei­len. Wesent­li­che Anhalts­punk­te kön­nen dabei der Grad des eige­nen Inter­es­ses am Tat­er­folg, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung und die Tat­herr­schaft oder wenigs­tens der Wil­le zur Tat­herr­schaft sein [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Janu­ar 2015 – 3 StR 233/​14

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 25.03.2010 – 4 StR 522/​09, NStZ-RR 2010, 236; vom 16.05.2012 – 3 StR 68/​12, NStZ-RR 2012, 270[]
  2. BGH, Beschluss vom 22.10.2008 – 2 StR 286/​08, NStZ-RR 2009, 10[]
  3. BGH, Urteil vom 15.01.1991 – 5 StR 492/​90, BGHSt 37, 289, 291[]