Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – wegen feh­len­der Kri­tik­fä­hig­keit

Die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus nach § 63 StGB darf nur ange­ord­net wer­den, wenn zwei­fels­frei fest­steht, dass der Unter­zu­brin­gen­de bei der Bege­hung der Anlass­ta­ten auf­grund eines psy­chi­schen Defekts schuld­un­fä­hig oder ver­min­dert schuld­fä­hig war und die Tat­be­ge­hung hier­auf beruht [1].

Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – wegen feh­len­der Kri­tik­fä­hig­keit

Eine Beein­träch­ti­gung kogni­ti­ver Fähig­kei­ten wie der Kri­tik- und Urteils­fä­hig­keit mag zu einer Ver­min­de­rung der Ein­sichts­fä­hig­keit füh­ren, die aller­dings nur dann die Anwen­dung von § 21 StGB recht­fer­tigt, wenn – wozu sich die Urteils­grün­de nicht ver­hal­ten – dem Ange­klag­ten auch tat­säch­lich die Unrechts­ein­sicht fehl­te [2]. Inwie­fern dar­aus eine Ver­min­de­rung der Steue­rungs­fä­hig­keit, d. h. der Fähig­keit des Ange­klag­ten, sein Ver­hal­ten nach sei­ner vor­han­de­nen Ein­sicht in das Unrecht der Tat zu rich­ten [3], resul­tie­ren soll, bedarf jeden­falls nähe­rer Dar­le­gung.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. März 2016 – 2 StR 544/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 26.03.2015 – 2 StR 37/​15 4 m. w. Nachw.[]
  2. vgl. Fischer, StGB, 63. Aufl., § 21 Rn. 3 ff. m. w. Nachw.[]
  3. vgl. Fischer, a.a.O., § 20 Rn. 4, 44 m. w. Nachw.[]