Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – und die ange­droh­ten wei­te­ren Taten

Wird die Anord­nung der Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus auf der Grund­la­ge des § 63 StGB in der Fas­sung des Geset­zes zur Novel­lie­rung des Rechts der Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus gemäß § 63 StGB in Betracht gezo­gen, ist hin­sicht­lich der Gefähr­lich­keits­pro­gno­se zu berück­sich­ti­gen, dass die Bege­hung erheb­li­cher rechts­wid­ri­ger Taten, durch wel­che die Opfer see­lisch oder kör­per­lich erheb­lich geschä­digt oder erheb­lich gefähr­det wer­den oder schwe­rer wirt­schaft­li­cher Scha­den ange­rich­tet wird, in der Zukunft zu "erwar­ten" sein muss.

Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – und die ange­droh­ten wei­te­ren Taten

Hier­mit ist eine "Wahr­schein­lich­keit höhe­ren Gra­des" 1 ange­spro­chen, die sich nicht ohne wei­te­res dar­aus ablei­ten lässt, dass der Ange­klag­te die Bege­hung ent­spre­chen­der Taten ange­droht hat 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 15. Sep­tem­ber 2016 – 4 StR 400/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 22.04.2015 – 2 StR 393/​14, JR 2015, 481, 483; Beschluss vom 30.07.2013 – 4 StR 275/​13, NStZ 2014, 36 ff.[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 03.04.2008 – 1 StR 153/​08, Stra­Fo 2008, 300 f.; vom 26.07.2006 – 2 StR 285/​06, NStZ-RR 2006, 338 f.; Fischer, StGB, 63. Aufl., § 63 Rn. 15[]