Urteil im Miss­brauchs­fall von Flu­terschen ist rechts­kräf­tig

In einem Miss­brauchs­fall eines Fami­li­en­va­ters hat der Bun­des­ge­richts­hof die auf die Sach­rü­ge gestütz­te Revi­si­on des Ange­klag­ten als unbe­grün­det ver­wor­fen.

Urteil im Miss­brauchs­fall von Flu­terschen ist rechts­kräf­tig

Das Land­ge­richt Koblenz 1 hat den 48-jäh­ri­gen Fami­li­en­va­ter Det­lef S. u.a. wegen mehr­fa­chen schwe­ren sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern, sexu­el­len Miss­brauch von Jugend­li­chen und Schutz­be­foh­len sowie wegen Ver­ge­wal­ti­gung zu einer Frei­heits­stra­fe von vier­zehn Jah­ren und sechs Mona­ten mit anschlie­ßen­der Unter­brin­gung in der Siche­rungs­ver­wah­rung ver­ur­teilt.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts hat­te der Ange­klag­te über einen Zeit­raum von mehr als 20 Jah­ren hin­weg sei­ne Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen in einer stän­di­gen Atmo­sphä­re der Angst und Abhän­gig­keit gehal­ten und die­se sys­te­ma­tisch miss­han­delt und aus­ge­beu­tet. In die­ser Zeit kam es zu einer Viel­zahl sexu­el­ler Miss­brauchs­hand­lun­gen zum Nach­teil einer Adop­tiv­toch­ter und einer leib­li­chen Toch­ter des Ange­klag­ten, von denen das Land­ge­richt 162 Fäl­le abge­ur­teilt hat. Bei­de Geschä­dig­te haben sich dem Ver­fah­ren als Neben­klä­ge­rin­nen ange­schlos­sen. Sei­ne Adop­tiv­toch­ter miss­brauch­te der Ange­klag­te ab deren 5. Lebens­jahr bis ins Erwach­se­nen­al­ter, wobei er in die­ser Zeit acht Kin­der mit ihr zeug­te. Die leib­li­che Toch­ter sah sich ab einem Alter von 9 Jah­ren sexu­el­len Über­grif­fen durch ihren Vater aus­ge­setzt, die bis zum erzwun­ge­nen Voll­zug des Geschlechts­ver­kehrs reich­ten. Bei­de Geschä­dig­te stell­te der Ange­klag­te zudem ande­ren Män­nern gegen Ent­gelt für sexu­el­le Hand­lun­gen zur Ver­fü­gung. Die Über­grif­fe ende­ten erst mit der Fest­nah­me des Ange­klag­ten im Som­mer 2010.

Mit dem Beschluss des Bun­des­ge­richts­hofs ist das Urteil des Land­ge­richts Koblenz rechts­kräf­tig.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Sep­tem­ber 2011 – 2 StR 391/​11

  1. Urteil vom 22.03.2011 – 2070 Js 48702/​10 – 4 KLs[]