Siche­rungs­ver­wah­rung – und die Gesamt­wür­di­gung des Täters und sei­ner Taten

Gemäß § 66 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 StGB kommt Siche­rungs­ver­wah­rung nur dann in Betracht, wenn die Gesamt­wür­di­gung des Täters und sei­ner Taten ergibt, dass er infol­ge eines Han­ges zu erheb­li­chen Straf­ta­ten, nament­lich zu sol­chen, durch wel­che die Opfer see­lisch oder kör­per­lich schwer geschä­digt wer­den, zum Zeit­punkt der Ver­ur­tei­lung für die All­ge­mein­heit

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Sexu­el­ler Miss­brauch von Jugend­li­chen – und die aus­ge­nutz­te Zwangs­la­ge

Eine Zwangs­la­ge im Sin­ne des § 182 Abs. 1 Nr. 1 StGB setzt eine erns­te per­sön­li­che oder wirt­schaft­li­che Bedräng­nis des Opfers vor­aus . Hier­nach ist eine Zwangs­la­ge nicht schon immer dann anzu­neh­men, wenn die Situa­ti­on des Jugend­li­chen nach den Umstän­den des Fal­les die Tat­hand­lung ermög­licht oder erleich­tert und der Täter ledig­lich die

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Sexu­el­ler Miss­brauchs eines Kin­des – und das Ein­wir­ken durch por­no­gra­phi­sche Dar­stel­lun­gen (§ 176 Abs. 4 Nr. 4 StGB).

Por­no­gra­phisch (§ 176 Abs. 4 Nr. 4 StGB) sind Dar­stel­lun­gen, die sexu­al­be­zo­ge­nes Gesche­hen ver­grö­bernd und ohne Sinn­zu­sam­men­hang mit ande­ren Lebens­äu­ße­run­gen zei­gen . Die pau­scha­le Bezeich­nung eines Vide­os als "Por­no­film" in den Urteils­grün­den belegt die­ses Tat­be­stands­merk­mal für sich gese­hen nicht . Die Tat­hand­lung des Ein­wir­kens im Sin­ne von § 176 Abs. 4 Nr. 4 StGB

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Sexu­el­ler Miss­brauch der Stief­toch­ter

§ 174 Abs. 1 Nr. 3 StGB in der vom 01.04.2004 bis zum 26.01.2015 gel­ten­den Fas­sung setz­te vor­aus, dass es sich bei dem Tat­op­fer um ein noch nicht acht­zehn Jah­re altes leib­li­ches oder ange­nom­me­nes Kind des Täters han­delt. Dies trifft auf die Toch­ter der Lebens­ge­fähr­tin nicht zu. Zwar erfasst § 174 Abs.

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Miss­brauch wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen – in Alt­fäl­len

Eine Ver­ur­tei­lung wegen schwe­ren sexu­el­len Miss­brauchs einer wider­stands­un­fä­hi­gen Per­son nach § 179 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5 Nr. 1 StGB in der bis 9.11.2016 gel­ten­den Fas­sung kann nicht bestehen blei­ben, wenn im Revi­si­ons­ver­fah­ren nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann, dass die auf­grund des zwi­schen­zeit­lich in Kraft getre­te­nen Art. 1 Nr. 8 des Geset­zes zur Ver­bes­se­rung des

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Die "Lie­bes­be­zie­hung" zu einem 11jährigen, lern­be­hin­der­ten Kind

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann es im Aus­nah­me­fall straf­mil­dernd zu berück­sich­ti­gen sein, wenn zwi­schen dem Täter und dem Kind ein­ver­nehm­li­che sexu­el­le Kon­tak­te im Rah­men eines beson­ders nahen, auch vom Tat­op­fer als "Lie­bes­be­zie­hung" emp­fun­de­nen Ver­hält­nis­ses erfol­gen . Abge­se­hen davon, dass in hier ent­schie­de­nen Fall ein von Sei­ten des Opfers so

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Miss­brauch wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen

Nach § 179 Abs. 1 StGB in der bis zum 9.11.2016 gel­ten­den Fas­sung mach­te sich straf­bar, wer eine Per­son, die aus den in der Norm näher genann­ten Umstän­den zum Wider­stand unfä­hig war, dadurch miss­brauch­te, dass er unter Aus­nut­zung der Wider­stands­un­fä­hig­keit sexu­el­le Hand­lun­gen an ihr vor­nahm oder an sich von ihr vor­neh­men

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Der gro­ße zeit­li­che Abstand zur Tat – und die Straf­rah­men­wahl

Bei der Straf­rah­men­wahl wie auch bei der kon­kre­ten Straf­zu­mes­sung darf nicht pau­schal zu Guns­ten des Ange­klag­ten berück­sich­tigt wer­den, "dass die Taten inzwi­schen 14 bis 23 Jah­re zurück­lie­gen, wenn­gleich dem lan­gen Zeit­raum zwi­schen Tat und Urteil bei Fäl­len des sexu­el­len Miss­brauchs oder sexu­el­len Nöti­gun­gen von Kin­dern nicht eine gleich hohe Bedeu­tung

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Sexu­el­ler Miss­brauch wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen

Die durch das Fünf­zigs­te Gesetz zur Ände­rung des Straf­ge­setz­bu­ches – Ver­bes­se­rung des Schut­zes der sexu­el­len Selbst­be­stim­mung vom 04.11.2016 neu gestal­te­te Vor­schrift des § 177 StGB ist bei der gebo­te­nen kon­kre­ten Betrach­tungs­wei­se gemäß § 2 Abs. 3 StGB gegen­über der Straf­vor­schrift des schwe­ren sexu­el­len Miss­brauchs wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen nach § 179 Abs. 1 Nr. 1,

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Sexu­el­ler Miss­brauch eines Kin­des – und der zeit­li­che Abstand zwi­schen Tat und Urteil

Die Über­le­gung, dass dem lan­gen zeit­li­chen Abstand zwi­schen Tat und Urteil bei Fäl­len sexu­el­len Kin­des­miss­brauchs nicht die gleich hohe Bedeu­tung zu wie in ande­ren Fäl­len zukom­me , trifft in die­ser All­ge­mein­heit nicht mehr zu. Der Gro­ße Senat für Straf­sa­chen des Bun­des­ge­richts­hofs hat am 12.06.2017 beschlos­sen: "Dem zeit­li­chen Abstand zwi­schen Tat

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Straf­zu­mes­sung beim Kin­des­miß­brauch – und der zeit­li­che Abstand zur Tat

Eine Straf­zu­mes­sung begeg­net sach­lich­recht­li­chen Beden­ken, wenn die Straf­kam­mer die seit den Taten bis zur Urteils­ver­kün­dung ver­gan­ge­ne Zeit­span­ne von zwölf bis 13 Jah­ren nur ein­schrän­kend zuguns­ten des Ange­klag­ten gewür­digt hat, weil die­sem Umstand in Fäl­len des sexu­el­len Kin­des­miss­brauchs "nicht die gleich hohe Bedeu­tung" wie sonst zukom­me. Eine der­ar­ti­ge pau­scha­le Rela­ti­vie­rung der

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Miss­brauch einer wider­stands­un­fä­hi­gen Per­son – und die Reform des Sexu­al­straf­rechts

Der Miss­brauch wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen wur­de durch § 179 Abs. 1 StGB aF im Grund­tat­be­stand mit Frei­heits­stra­fe von sechs Mona­ten bis zu zehn Jah­ren bedroht. Als wider­stands­un­fä­hig im Sin­ne der Vor­schrift wur­de ange­se­hen, wer aus einem der dort genann­ten Grün­de – wenn auch nur vor­über­ge­hend – kei­nen zur Abwehr aus­rei­chen­den Wider­stands­wil­len gegen

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Straf­zu­mes­sung – und der zeit­li­che Abstand zwi­schen Kin­des­miss­brauch und Urteil

Dem zeit­li­chen Abstand zwi­schen Tat und Urteil kommt im Rah­men der Straf­zu­mes­sung bei Taten, die den sexu­el­len Miss­brauch von Kin­dern zum Gegen­stand haben, die glei­che Bedeu­tung zu wie bei ande­ren Straf­ta­ten. Die Straf­zu­mes­sung erfor­dert eine sich am Ein­zel­fall ori­en­tie­ren­de Bewer­tung der hier­für bedeut­sa­men Umstän­de. Zu die­sen kann auch der eigen­stän­di­ge

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Sexu­al­straf­ta­ten eines 94jährigen – und die Fra­ge der Schuld­fä­hig­keit

Zwar besteht nach der Recht­spre­chung nicht bei jedem Täter, der jen­seits einer bestimm­ten Alters­gren­ze erst­mals Sexu­al­straf­ta­ten begeht, Anlass, der Fra­ge einer erheb­lich ver­min­der­ten Schuld­fä­hig­keit oder gar einer Schuld­un­fä­hig­keit nach­zu­ge­hen . Jedoch sind die Prü­fung die­ser Fra­ge und ihre Erör­te­rung im Urteil jeden­falls dann ver­an­lasst, wenn neben der erst­ma­li­gen Sexu­al­de­lin­quenz in

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Sexu­el­ler Miss­brauch von Schutz­be­foh­le­nen – und die Ver­jäh­rung in Alt­fäl­len

Die Ver­jäh­rungs­frist für die Ver­fol­gung von Taten nach § 174 Abs. 1 StGB beträgt fünf Jah­re (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB). Die hier abge­ur­teil­te Tat wur­de nach den Fest­stel­lun­gen vor der Voll­endung des 18. Lebens­jah­res der Geschä­dig­ten am 27.10.2005 began­gen. Da die Ver­jäh­rung nach § 78b Abs. 1 Nr. 1 StGB in der

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Sexu­al­be­zo­ge­ne Hand­lun­gen – und Fra­ge ihrer Erheb­lich­keit

Als erheb­lich im Sin­ne des § 184h Nr. 1 StGB sind sol­che sexu­al­be­zo­ge­nen Hand­lun­gen zu wer­ten, die nach Art, Inten­si­tät und Dau­er eine sozi­al nicht mehr hin­nehm­ba­re Beein­träch­ti­gung des im jewei­li­gen Tat­be­stand geschütz­ten Rechts­guts besor­gen las­sen . Dazu bedarf es einer Gesamt­be­trach­tung aller Umstän­de im Hin­blick auf die Gefähr­lich­keit der Hand­lung

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Sexu­el­ler Miss­brauch von Kin­dern – und ein "Kli­ma sexu­el­ler Über­griff­lich­keit"

Ist das Kli­ma sexu­el­ler Über­grif­fig­keit Fol­ge aller oder eini­ger Taten, so kann die­ses dem Ange­klag­ten nur im Rah­men der Gesamt­stra­fen­bil­dung oder nur in die­sen Fäl­len, für die es fest­ge­stellt wur­de, ange­las­tet wer­den . Auch dass die Taten sich über einen lan­gen Zeit­raum erstreck­ten, durf­te nicht bei der Zumes­sung der Ein­zel­stra­fen

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Kin­des­miss­brauch – und die sexu­el­le Hand­lung von eini­ger Erheb­lich­keit

Als erheb­lich im Sin­ne des § 184h Nr. 1 StGB sind sol­che sexu­al­be­zo­ge­nen Hand­lun­gen zu wer­ten, die nach Art, Inten­si­tät und Dau­er eine sozi­al nicht mehr hin­nehm­ba­re Beein­träch­ti­gung des im jewei­li­gen Tat­be­stand geschütz­ten Rechts­guts besor­gen las­sen . Dazu bedarf es einer Gesamt­be­trach­tung aller Umstän­de im Hin­blick auf die Gefähr­lich­keit der Hand­lung

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Sexu­el­ler Miss­brauchs eines Kin­des – und die Straf­aus­set­zung zur Bewäh­rung

Bei einer Ver­ur­tei­lung wegen sexu­el­len Miss­brauchs eines Kin­des hat sich das Gericht im Rah­men der für eine Straf­aus­set­zung zur Bewäh­rung zu tref­fen­den Leg­al­pro­gno­se auch mit der Fra­ge zu befas­sen, inwie­weit ins­be­son­de­re durch die Ertei­lung von The­ra­pie­wei­sun­gen sowie Wei­sun­gen nach § 56c Abs. 2 Nr. 3 StGB die Vor­aus­set­zun­gen für eine güns­ti­ge Leg­al­pro­gno­se

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Sexu­el­ler Miss­brauch wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen – und die Straf­bar­keit nach der Reform des Sexu­al­straf­rechts

Zwar wur­de die Vor­schrift des sexu­el­len Miss­brauchs wider­stands­un­fä­hi­ger Per­so­nen (§ 179 StGB) durch das Gesetz zur Ver­bes­se­rung des Schut­zes der sexu­el­len Selbst­be­stim­mung vom 04.11.2016 mit Wir­kung vom 10.11.2016 auf­ge­ho­ben. Jedoch ist mit dem Ände­rungs­ge­setz gleich­zei­tig der Anwen­dungs­be­reich der Vor­schrift des § 177 StGB erwei­tert wor­den, so dass das bei Tat­be­ge­hung

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Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge – und die Anfor­de­run­gen an die Beweis­wür­di­gung

In Fäl­len, in denen "Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge" steht, ist eine beson­ders sorg­fäl­ti­ge Gesamt­wür­di­gung aller Umstän­de durch das Tat­ge­richt erfor­der­lich . Sei­ne Urteils­grün­de müs­sen erken­nen las­sen, dass es alle Umstän­de, wel­che die Ent­schei­dung beein­flus­sen kön­nen, in sei­ne Über­le­gun­gen ein­be­zo­gen hat. Aus den Urteils­grün­den muss sich fer­ner erge­ben, dass die ein­zel­nen Beweis­ergeb­nis­se

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Aus­sa­ge gegen Aus­sa­ge – und die aus­sa­ge­psy­cho­lo­gi­schen Bedeu­tung the­ra­peu­ti­scher Maß­nah­men

Der Tatrich­ter hat in "Aus­sa­ge gegen Aussage"-Konstellationen auch den Ursprung der Belas­tung des Ange­klag­ten durch Erstof­fen­ba­rung gegen­über einer "Prä­ven­to­lo­gin" näher zu prü­fen. Der Hin­weis auf das Feh­len bekann­ter Anhalts­punk­te für einen sug­ges­ti­ven Ein­fluss reicht nicht aus, wenn der Anlass, der Gegen­stand sowie die Art und Wei­se der the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men nicht

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Sexu­el­ler Miß­brauch von Kin­dern – und die gemein­schaft­li­che Tat­be­ge­hung

Da § 176 Abs. 2 StGB die Ver­ur­sa­chung sexu­el­ler Hand­lun­gen von oder an einem Drit­ten durch Ein­wir­ken auf das kind­li­che Opfer straf­recht­lich erfasst, liegt die für eine gemein­schaft­li­che Tat­be­ge­hung erfor­der­li­che glei­che Ziel­rich­tung des täter­schaft­li­chen Han­delns hier dar­in, dass der Täter nach § 176 Abs. 2 StGB durch sei­nen Bestim­mungs­akt gera­de die­je­ni­ge sexu­el­le

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