Ver­tei­di­gungs­ab­sicht – als beding­ter Tötungs­vor­satz

Ein beding­ter Tötungs­vor­satz kann nicht mit der Erwä­gung in Fra­ge gestellt wer­den, dass sich der Täter "in einer Abwehr­si­tua­ti­on reagie­rend" befun­den habe.

Ver­tei­di­gungs­ab­sicht – als beding­ter Tötungs­vor­satz

Mit beding­tem Tötungs­vor­satz han­deln­de Täter haben kein Tötungs­mo­tiv, son­dern gehen einem ande­ren Hand­lungs­an­trieb nach. Die Absicht, sich ver­tei­di­gen zu wol­len, steht daher der Annah­me eines beding­ten Tötungs­vor­sat­zes nicht ent­ge­gen 1.

Auch zeigt ein ledig­lich for­mel­haf­ter Hin­weis auf eine bei Tötungs­de­lik­ten erhöh­te sub­jek­ti­ve Hemm­schwel­le kei­nen vor­satz­kri­ti­schen Gesichts­punkt von Gewicht auf 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Novem­ber 2016 – 4 StR 235/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 19.12 2013 – 4 StR 347/​13, NStZ 2014, 147, 149 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 22.03.2012 – 4 StR 558/​11, BGHSt 57, 183 Rn. 31 ff.[]