Bewer­ber­be­wer­tung für die Prä­si­den­ten­stel­le eines Sozi­al­ge­richts

Die Prä­si­den­ten­stel­le bei dem Sozi­al­ge­richt Duis­burg bleibt nach einer Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Gel­sen­kir­chen vor­erst frei. Der vom Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um Nord­rhein-West­fa­len vor­ge­se­he­ne Bewer­ber darf die Stel­le vor­erst nicht beset­zen.

Bewer­ber­be­wer­tung für die Prä­si­den­ten­stel­le eines Sozi­al­ge­richts

Um die Stel­le hat­ten sich ein Vor­sit­zen­der Rich­ter am Lan­des­so­zi­al­ge­richt (Antrag­stel­ler; Besol­dungs­grup­pe R 3 BBe­sO) sowie ein Rich­ter am Lan­des­so­zi­al­ge­richt – vor­mals Vize­prä­si­dent eines Sozi­al­ge­richts – (Bei­gela­de­ner; Besol­dungs­grup­pe R 2 BBe­sO) bewor­ben. Bei­de Bewer­ber waren von der Prä­si­den­tin des Lan­des­so­zi­al­ge­richts sowohl hin­sicht­lich ihrer Leis­tung als auch hin­sicht­lich ihrer Eig­nung jeweils mit dem Spit­zen­prä­di­kat beur­teilt wor­den. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um als per­so­nal­ent­schei­den­de Stel­le stuf­te den Bei­gela­de­nen wegen sei­ner Erfah­run­gen als Vize­prä­si­dent eines Sozi­al­ge­richts sowie sei­ner aktu­el­len Ver­wal­tungs­tä­tig­keit und der dabei erwor­be­nen Füh­rungs­kom­pe­ten­zen als qua­li­fi­zier­ter ein; ihm soll­te die Stel­le des Prä­si­den­ten des Sozi­al­ge­richts über­tra­gen wer­den.

Die­ser Mei­nung ist das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen nicht gewe­sen. Das Gericht hat die Ent­schei­dung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums am Maß­stab der Bes­ten­aus­le­se über­prüft und ist zu der Auf­fas­sung gelangt, dass bei glei­cher in den dienst­li­chen Beur­tei­lun­gen zum Aus­druck gebrach­ter Eig­nung für die zu beset­zen­de Stel­le der Leis­tungs­be­ur­tei­lung des Antrag­stel­lers, der sich in einem höher­wer­ti­ge­ren Amt als der Bei­gela­de­ne befin­det, mehr Gewicht und damit ein Qua­li­fi­ka­ti­ons­vor­sprung zukommt. Die­ser kann nicht auf­grund ein­zel­ner vom Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um her­an­ge­zo­ge­ner Leis­tungs- und Eig­nungs­fest­stel­lun­gen „über­holt“ wer­den, da sie als Bestand­tei­le der dienst­li­chen Beur­tei­lung bereits in die dor­ti­ge Eig­nungs­be­wer­tung ein­ge­flos­sen sind.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen, Beschluss vom 25. Janu­ar 2012 – 12 L 998/​11