Ein Sab­bat­jahr für den Grund­schul­rek­tor

Zwar kann grund­sätz­lich auch Schul­lei­tern eine Teil­zeit­be­schäf­ti­gung nach dem Sab­bat­jahr­mo­dell bewil­ligt wer­den, wenn kei­ne dienst­li­chen Belan­ge dem ent­ge­gen­ste­hen. Auf­grund der wahr­zu­neh­men­den umfang­rei­chen Füh­rungs- und Lei­tungs­auf­ga­ben eines Schul­lei­ters ist dies jedoch nur aus­nahms­wei­se der Fall.

Ein Sab­bat­jahr für den Grund­schul­rek­tor

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Schul­lei­ters abge­wie­sen, für des­sen Ver­tre­tung sich eine erfah­re­ne Kol­le­gin bereit­erklärt hat. Der im Sta­tus­amt eines Rek­tors ste­hen­de Klä­ger übt die Funk­ti­on des Schul­lei­ters einer Grund­schu­le aus. Sei­nen Antrag auf Bewil­li­gung einer Teil­zeit­be­schäf­ti­gung nach dem soge­nann­ten Sab­bat­jahr­mo­dell lehn­te das beklag­te Land ab. Der Bewil­li­gung stün­den dienst­li­che Belan­ge ent­ge­gen. Für den Zeit­raum sei­ner ein­jäh­ri­gen Frei­stel­lungs­pha­se sei die Schu­le ohne ord­nungs­ge­mä­ße Lei­tung und Füh­rung. Eine vor­über­ge­hen­de Nach­be­set­zung der Stel­le schei­de unter haus­halts­recht­li­chen Gesichts­punk­ten aus.

Mit sei­ner dage­gen erho­be­nen Kla­ge ver­folg­te der Klä­ger sein Begeh­ren wei­ter. Die gesetz­li­chen Vor­schrif­ten zur Teil­zeit­be­schäf­ti­gung müss­ten aus Grün­den der Gleich­be­hand­lung grund­sätz­lich auch Füh­rungs­kräf­ten zugu­te kom­men. Im kon­kre­ten Fall habe sich über­dies eine erfah­re­ne Kol­le­gin zur Über­nah­me der Ver­tre­tung bereit­erklärt. Dies sei auch ohne wei­te­res mög­lich, da es sich ledig­lich um eine klei­ne Schu­le han­de­le.

Zur Begrün­dung sei­ner Ent­schei­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz aus­ge­führt, dass zwar grund­sätz­lich auch Schul­lei­tern eine Teil­zeit­be­schäf­ti­gung nach dem Sab­bat­jahr­mo­dell bewil­ligt wer­den kön­ne. Nach den ein­schlä­gi­gen gesetz­li­chen Bestim­mun­gen dürf­ten einer Bewil­li­gung aber kei­ne dienst­li­chen Belan­ge ent­ge­gen­ste­hen. Dies sei bei Schul­lei­tern mit Blick auf die von Ihnen wahr­zu­neh­men­den umfang­rei­chen Füh­rungs- und Lei­tungs­auf­ga­ben jedoch nur aus­nahms­wei­se der Fall.

Im kon­kre­ten Fall hat das Ver­wal­tungs­ge­richt das Vor­lie­gen von Aus­nah­me­grün­den zu Guns­ten des Klä­gers ver­neint. Eine adäqua­te Ver­tre­tung über einen Zeit­raum von einem Jahr sei nicht mög­lich, ohne dass es in der Regel schon aus zeit­li­chen Grün­den mit hoher Wahr­schein­lich­keit zu Ein­bu­ßen in der Qua­li­tät der Auf­ga­ben­er­fül­lung kom­me. Dies gel­te auch im Hin­blick auf die erklär­te Bereit­schaft der dienst­äl­tes­ten Kol­le­gin, die Ver­tre­tung des Klä­gers zu über­neh­men und den Umstand, dass es sich um eine klei­ne Grund­schu­le han­de­le. Die qua­li­ta­ti­ven Anfor­de­run­gen an die Auf­ga­ben­er­fül­lung eines Schul­lei­ters dürf­ten bei klei­nen Schu­len näm­lich grund­sätz­lich nicht gerin­ger sein als bei gro­ßen Schu­len.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 28. Mai 2014 – 5 K 61/​14.KO