Recht­li­che unge­eig­ne­te Stel­len­be­wer­ber

Schwer­be­hin­der­te Be­schäf­tig­te haben im öffent­li­chen Dienst grund­sätz­lich einen An­spruch auf Ein­la­dung zum Vor­stel­lungs­ge­spräch nach § 82 Satz 2 SGB IX. Der Ein­la­dung zum Vor­stel­lungs­ge­spräch be­darf es wegen of­fen­sicht­lich feh­len­der fach­li­cher Eig­nung eines Be­wer­bers aber nicht, wenn es aus Rechts­grün­den aus­ge­schlos­sen ist, den Ar­beits­platz mit ihm zu be­set­zen.

Recht­li­che unge­eig­ne­te Stel­len­be­wer­ber

Der schwer­be­hin­der­te Stel­len­be­wer­ber muss nicht zu einem Vor­stel­lungs­ge­spräch ein­ge­la­den wer­den, wenn ihm die fach­li­che Eig­nung offen­sicht­lich fehl­te (§ 82 Satz 3 SGB IX). Maß­stab für die fach­li­che Eig­nung eines Bewer­bers ist der Auf­ga­ben­be­reich des zu beset­zen­den Arbeits­plat­zes (Dienst­pos­tens). Die fach­li­che Eig­nung fehlt auch dann offen­sicht­lich, wenn die Beset­zung des Dienst­pos­tens mit dem Bewer­ber unab­hän­gig von sei­ner beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on aus Rechts­grün­den aus­ge­schlos­sen ist. Die Aus­wahl eines der­ar­ti­gen Bewer­bers ver­stie­ße gegen Art. 33 Abs. 2 GG [1].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 15. Dezem­ber 2011 – 2 A 13.10

  1. BVerfG, Kam­mer­be­schluss vom 02.10.2007 – 2 BvR 2457/​04, NVwZ 2008, 194, 195[]