Brun­nen­bau­er-Meis­ter

Für das Brun­nen­bau­er-Hand­werk wur­de eine neue Meis­ter­prü­fungs-Ver­ord­nung erlas­sen.

Brun­nen­bau­er-Meis­ter

Die Brun­nen­bau­un­ter­neh­men boh­ren nicht nur Brun­nen. Sie errich­ten auch kom­plet­te Pump­wer­ke, stel­len Behäl­ter- und Was­ser­rei­ni­gungs­an­la­gen auf und ver­le­gen Rohr­lei­tun­gen. Die Was­ser­ver­sor­gung und -ent­sor­gung gehört eben­so zu ihren Aufga?ben. Mit unter­schied­li­chen Bohr­ver­fah­ren wer­den Bau­grund erschlos­sen und die Lager­stät­ten von Boden­schät­zen erkun­det. Boh­run­gen zur Anwen­dung der Geo­ther­mie, der Erschlie­ßung von Erd­wär­me zur direk­ten Nut­zung für Hei­zungs­an­la­gen und die Warm­was­ser­auf­be­rei­tung, rücken in einer Zeit hoher umwelt­po­li­ti­scher Sen­si­bi­li­tät mehr und mehr in den Mit­tel­punkt der Tätig­keit. Mit Boh­run­gen für Tief­grün­dun­gen wie z.B. Pfahl­grün­dun­gen bewäl­ti­gen moder­ne Brun­nen- und Was­ser­werks­bau­un­ter­neh­men schwie­rigs­te Grün­dungs­ar­bei­ten. Im Rah­men des Umwelt­schut­zes sind die Unter­neh­men des Brunnen‑, Was­ser­werks- und Rohr­lei­tungs­baus auch bei der Erkun­dung des Grund­was­sers im Bereich von Alt­de­po­ni­en und Alt­stand­or­ten tätig.

Der Brunnen‑, Was­ser­werks- und Rohr­lei­tungs­bau umfasst nach Anga­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Arbeit der­zeit ca. 250 Betrie­be mit rd. 3000 Beschäf­tig­ten. In den Aus­bil­dungs­be­ru­fen „Brunnenbauer/​in” und „Rohrleitungsbauer/​in” absol­vie­ren der­zeit rd. 700 Aus­zu­bil­den­de ihre beruf­li­che Erst­aus­bil­dung.

Auf Grund neu­er hand­werks­recht­li­cher Vor­schrif­ten sowie des fort­schrei­ten­den Moder­ni­sie­rungs- und Tech­no­lo­gie­pro­zes­ses muss­ten die Vor­schrif­ten für das Meis­ter?prü­fungs­we­sen im Brun­nen­bau­er-Hand­werk aktua­li­siert und moder­ni­siert wer­den.

Ein beson­de­res Augen­merk bei der Erar­bei­tung der Meis­ter­prü­fungs­ver­ord­nung für das Brun­nen­bau­er-Hand­werk galt dem Teil I der Meis­ter­prü­fung. Auf Grund des brei­ten Tätig­keits­spek­trums wur­den in der Meis­ter­prü­fungs­ver­ord­nung Wahl­mög­lich­kei­ten für das durch­zu­füh­ren­de Meis­ter­prü­fungs­pro­jekt geschaf­fen.
Danach hat der Prüf­ling die Opti­on, einen Bohr­brun­nen mit Was­ser­för­der­an­la­ge, einen Bohr­brun­nen mit Abschluss­bau­werk oder eine Was­ser­hal­tungs­an­la­ge zu pla­nen und her­zu­stel­len. Wie sich der Prüf­ling auch ent­schei­det, mit der bestan­de­nen Meisterprü?fung hat er den Nach­weis erbracht, dass er die Kom­ple­xi­tät des Hand­werks beherrscht.

Die neue Meis­ter­prü­fungs­ver­ord­nung vom 14. Okto­ber 2005 (BGBl. I S. 3024) tritt am 1. Janu­ar 2006 in Kraft und löst die ver­al­te­te Vor­läu­fer­ver­ord­nung vom 16. Janu­ar 1987 ab.