Eigen­ka­pi­ta­ler­satz in Alt­fäl­len

Das Eigen­ka­pi­ta­ler­satz­recht in Gestalt der Novel­len­re­geln (§§ 32 a, 32 b GmbHG a.F.) und der Recht­spre­chungs­re­geln (§§ 30, 31 GmbH a.F. ana­log) fin­det gemäß der Über­lei­tungs­norm des Art. 103 d EGIn­sO wie nach all­ge­mei­nen Grund­sät­zen des inter­tem­po­ra­len Rechts auf "Alt­fäl­le", in denen das Insol­venz­ver­fah­ren vor Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Moder­ni­sie­rung des GmbH-Rechts und zur Bekämp­fung von Miss­bräu­chen (MoMiG) vom 23. Okto­ber 2008 (BGBl. I S. 2026) eröff­net wor­den ist, als zur Zeit der Ver­wirk­li­chung des Ent­ste­hungs­tat­be­stan­des des Schuld­ver­hält­nis­ses gel­ten­des "altes" Geset­zes­recht wei­ter­hin

Eigen­ka­pi­ta­ler­satz in Alt­fäl­len

Die Rück­zah­lungs­pflicht des bür­gen­den Gesell­schaf­ters nach Novel­len- wie nach Recht­spre­chungs­re­geln wird nicht durch das Vor­han­den­sein einer Mehr­zahl von Sicher­hei­ten – hier: ver­län­ger­ter Eigen­tums­vor­be­halt und Wech­sel­bürg­schaft – berührt, solan­ge sich unter den Siche­rungs­ge­bern auch ein Gesell­schaf­ter befin­det. Da wirt­schaft­lich des­sen Kre­dit­si­cher­heit in der Kri­se der Gesell­schaft funk­tio­na­les Eigen­ka­pi­tal dar­stellt, darf die­ses nicht auf dem Umweg über eine Leis­tung an den Gesell­schafts­gläu­bi­ger aus dem Gesell­schafts­ver­mö­gen dem Gesell­schaf­ter "zurück­ge­währt" wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 26. Janu­ar 2009 – II ZR 260/​07