Spe­di­teur für Pla­gia­te

Den Spe­di­teur, der auf Ver­nich­tung angeb­lich patent­ver­let­zen­der Ware in Anspruch genom­men wird, trifft kei­ne pro­zes­sua­le Oblie­gen­heit zur Beschaf­fung der für ein qua­li­fi­zier­tes Bestrei­ten erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen über die nähe­re Beschaf­fen­heit der Ware; er kann daher die Über­ein­stim­mung mit der erfin­dungs­ge­mä­ßen Leh­re grund­sätz­lich mit Nicht­wis­sen bestrei­ten.

Spe­di­teur für Pla­gia­te

Schuld­ner des Unter­las­sungs- und des Ver­nich­tungs­an­spruchs ist nicht nur, wer in eige­ner Per­son einen der Benut­zungs­tat­be­stän­de des § 9 PatG ver­wirk­licht oder vor­sätz­lich die Ver­wirk­li­chung des Benut­zungs­tat­be­stands durch einen Drit­ten ermög­licht oder för­dert. Ver­let­zer und damit Schuld­ner ist viel­mehr auch, wer die Ver­wirk­li­chung des Benut­zungs­tat­be­stands durch den Drit­ten ermög­licht oder för­dert, obwohl er sich mit zumut­ba­rem Auf­wand die Kennt­nis ver­schaf­fen kann, dass die von ihm unter­stütz­te Hand­lung das abso­lu­te Recht des Patent­in­ha­bers ver­letzt.

Den Spe­di­teur trifft kei­ne gene­rel­le Prü­fungs­pflicht im Hin­blick auf Schutz­rechts­ver­let­zun­gen durch die trans­por­tier­te Ware 1.

Eine Pflicht zur Ein­ho­lung von Erkun­di­gun­gen und gege­be­nen­falls zur eige­nen Prü­fung der Ware kann jedoch für den Spe­di­teur ent­ste­hen, wenn ihm kon­kre­te Anhalts­punk­te für eine Schutz­rechts­ver­let­zung vor­lie­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Sep­tem­ber 2009 – Xa ZR 2/​08

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 15.1.1957 – I ZR 56/​55, GRUR 1957, 352, 354 – Taeschner/​Pertussin II[]