Anträ­ge und Streit­wert im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren

Der für die Gerichts­ge­büh­ren fest­ge­setz­te Wert ist nach § 32 Abs. 1 RVG auch für die Gebüh­ren des Rechts­an­walts maß­geb­lich. In Rechts­mit­tel­ver­fah­ren bestimmt sich der Streit­wert gemäß § 47 Abs. 1 Satz 1 GVG nicht nach der Beschwer, son­dern nach den Anträ­gen des Rechts­mit­tel­füh­rers 1. Dem­entspre­chend ist der Streit­wert in Addi­ti­on der von den Par­tei­en wech­sel­sei­tig ver­folg­ten Anträ­gen fest­zu­set­zen.

Anträ­ge und Streit­wert im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren

Eine Fest­set­zung des Streit­werts schei­det aus, soweit es wegen des gesam­ten oder eines teil­wei­sen Anspruchs nicht zu einer gericht­li­chen Anhän­gig­keit kommt 2. Vor­aus­set­zung einer gericht­li­chen Fest­set­zung ist näm­lich, dass sich die Tätig­keit des Rechts­an­walts auf­trags­ge­mäß auf den­sel­ben Gegen­stand bezo­gen hat, der auch der gericht­li­chen Tätig­keit zugrun­de gele­gen hat 3.

Dar­an fehlt es etwa bezüg­lich des von dem Beklag­ten mit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de nicht wei­ter gel­tend gemach­ten Kla­ge­ab­wei­sungs­be­geh­rens.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. April 2013 – IX ZR 75/​12

  1. vgl. BGH, Gro­ßer Senat für Zivil­sa­chen, Beschluss vom 14.02.1978 – GSZ 1/​77, BGHZ 70, 365, 367[]
  2. Gerold/​Schmidt/​Mayer, RVG, 20. Aufl., § 32 Rn. 2; Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze, 42. Aufl., § 32 RVG Rn. 1[]
  3. BVerwG, Beschluss vom 08.10.2005 – 8 B 81/​04[]