Der schlüs­si­ge Sach­vor­trag

Der Grund­satz des recht­li­chen Gehörs ver­pflich­tet das Gericht, den ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­vor­trag der Par­tei in der nach Art. 103 GG gebo­te­nen Wei­se zur Kennt­nis zu neh­men und die ange­bo­te­nen Bewei­se zu erhe­ben 1.

Der schlüs­si­ge Sach­vor­trag

Ein Sach­vor­trag zur Begrün­dung eines Anspruchs ist dann schlüs­sig und erheb­lich, wenn die Par­tei Tat­sa­chen vor­trägt, die in Ver­bin­dung mit einem Rechts­satz geeig­net und erfor­der­lich sind, das gel­tend gemach­te Recht als in der Per­son der Par­tei ent­stan­den erschei­nen zu las­sen.

Die Anga­be nähe­rer Ein­zel­hei­ten ist nicht erfor­der­lich, soweit die­se für die Rechts­fol­gen nicht von Bedeu­tung sind. Das Gericht muss nur in die Lage ver­setzt wer­den, auf­grund des tat­säch­li­chen Vor­brin­gens der Par­tei zu ent­schei­den, ob die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für das Bestehen des gel­tend gemach­ten Rechts vor­lie­gen.

Sind die­se Anfor­de­run­gen erfüllt, ist es Sache des Tatrich­ters, in die Beweis­auf­nah­me ein­zu­tre­ten und dabei gege­be­nen­falls die benann­ten Zeu­gen oder die zu ver­neh­men­de Par­tei nach wei­te­ren Ein­zel­hei­ten zu befra­gen oder einem Sach­ver­stän­di­gen die beweis­erheb­li­chen Streit­fra­gen zu unter­brei­ten 2.

Soweit die vor­ge­leg­ten Attes­te und Berich­te nach Auf­fas­sung des Gerichts Wider­sprü­che und Unklar­hei­ten auf­wei­sen, ist es Auf­ga­be des Tatrich­ters, die­se im Rah­men der Beweis­auf­nah­me einer Klä­rung zuzu­füh­ren 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Febru­ar 2016 – VI ZR 428/​15

  1. BGH, Urteil vom 29.02.2012 – VIII ZR 155/​11, NJW 2012, 1647 Rn. 14 mwN[]
  2. BVerfG, WM 2012, 492 Rn. 16; BGH, Beschluss vom 21.05.2007 – II ZR 266/​04, WM 2007, 1569 Rn. 8; BGH, Urteil vom 29.02.2012 – VIII ZR 155/​11, NJW 2012, 1647 Rn. 16; jeweils mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 02.06.2008 – II ZR 121/​07, NJW-RR 2008, 1311 Rn. 2[]