Es war wahr­schein­lich so…

Die dar­le­gungs­be­las­te­te Par­tei ist grund­sätz­lich nicht gehin­dert, Tat­sa­chen zu behaup­ten, über die sie kei­ne genau­en Kennt­nis­se hat, die sie aber nach Lage der Din­ge für wahr­schein­lich hält.

Es war wahr­schein­lich so…

Unzu­läs­sig wird ein sol­ches pro­zes­sua­les Vor­ge­hen erst dort, wo die Par­tei ohne greif­ba­re Anhalts­punk­te für das Vor­lie­gen eines bestimm­ten Sach­ver­halts will­kür­lich Behaup­tun­gen "aufs Gera­te­wohl" oder "ins Blaue hin­ein" auf­stellt 1.

Bei der Annah­me von Will­kür in die­sem Sin­ne ist aller­dings Zurück­hal­tung gebo­ten. In der Regel wird sie nur bei Feh­len jeg­li­cher tat­säch­li­cher Anhalts­punk­te vor­lie­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Okto­ber 2015 – VI ZR 97/​14

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 25.04.1995 – VI ZR 178/​94, VersR 1995, 852, 853; vom 24.06.2014 – VI ZR 560/​13, VersR 2014, 1095 Rn. 36; BGH, Beschluss vom 18.03.2014 – VI ZR 128/​13 6; BGH, Urtei­le vom 04.03.1991 – II ZR 90/​90, NJW-RR 1991, 888, 890 f.; vom 08.05.2012 – XI ZR 262/​10, BGHZ 193, 159 Rn. 40; vom 04.02.2014 – XI ZR 398/​12, BKR 2014, 200 Rn. 16; BVerfG, WM 2012, 492, 493, jeweils mwN; Hk-ZPO/­Sa­en­ger, 6. Aufl., § 284 Rn. 47; Zöller/​Greger, ZPO, 30. Aufl., Vor § 284 Rn. 5[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 25.04.1995 – VI ZR 178/​94, aaO; vom 24.06.2014 – VI ZR 560/​13, VersR 2014, 1095 Rn. 36; BGH, Urteil vom 08.05.2012 – XI ZR 262/​10, aaO[]