Haus­halts­füh­rungs­scha­den – oder: wie­viel ist Haus­ar­beit wert?

Bei der Schät­zung des Haus­halts­füh­rungs­scha­dens nach § 287 ZPO darf sich der Tatrich­ter in Erman­ge­lung abwei­chen­der kon­kre­ter Gesichts­punk­te grund­sätz­lich an dem Tabel­len­werk von Schulz-Borck/Hof­mann (Scha­dens­er­satz bei Aus­fall von Haus­frau­en und Müt­tern im Haus­halt) ori­en­tie­ren. So ent­schied jetzt der Bun­des­ge­richts­hof.

Haus­halts­füh­rungs­scha­den – oder: wie­viel ist Haus­ar­beit wert?

Die Über­prü­fung der im Rah­men des Schät­zungs­er­mes­sens des Tatrich­ters nach § 287 Abs. 1 ZPO vor­zu­neh­men­den Bewer­tung der unfall­be­dingt ent­gan­ge­nen Tätig­keit eines Ver­letz­ten im Haus­halt durch das Revi­si­ons­ge­richt ist dar­auf beschränkt, ob das Beru­fungs­ur­teil auf grund­sätz­lich fal­schen Erwä­gun­gen beruht oder ent­schei­dungs­er­heb­li­che Tat­sa­chen unbe­rück­sich­tigt gelas­sen hat 1. Der­ar­ti­ge Feh­ler waren für den BGH in einem jetzt ent­schie­de­nen Fall jedoch nicht ersicht­lich. Das Beru­fungs­ge­richt hat sich in revi­si­ons­recht­lich nicht zu bean­stan­den­der Wei­se an einem aner­kann­ten Tabel­len­werk (Schulz-Borck/Hof­mann, Scha­dens­er­satz bei Aus­fall von Haus­frau­en und Müt­tern im Haus­halt, 6. Aufl.) ori­en­tiert. Dass sich der Tatrich­ter in Erman­ge­lung kon­kre­ter Anhalts­punk­te für eine abwei­chen­de Beur­tei­lung sol­cher Erfah­rungs­wer­te im Rah­men der Bemes­sung des Haus­halts­füh­rungs­scha­dens bedient, hat der erken­nen­de Senat bereits mehr­fach gebil­ligt 2. Hier­an hat der BGH auch für den vor­lie­gen­den Fall fest­ge­hal­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. Febru­ar 2009 – VI ZR 183/​08

  1. vgl. z.B. BGH, Urteil vom 10. April 1979 – VI ZR 151/​75VersR 1979, 670, 671[]
  2. vgl. BGH-Urtei­le BGHZ 104, 113, 117 f.; vom 10. April 1979 – VI ZR 151/​75 – aaO; vom 8. Juni 1982 – VI ZR 314/​80VersR 1982, 951, 952; vom 11. Okto­ber 1983 – VI ZR 251/​81VersR 1984, 79, 80 f.[]