Lang­lau­fen­de Gefäl­lig­keits­ver­hält­nis­se – und ihre außer­or­dent­li­che Kün­di­gung

Vor­aus­set­zung für eine außer­or­dent­li­che Kün­di­gung aus wich­ti­gem Grund (§ 314 BGB) ist, dass dem Kün­di­gen­den die Fort­set­zung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de des Ein­zel­fal­les und unter Abwä­gung der bei­der­sei­ti­gen Inter­es­sen nicht zuge­mu­tet wer­den kann.

Lang­lau­fen­de Gefäl­lig­keits­ver­hält­nis­se – und ihre außer­or­dent­li­che Kün­di­gung

Dies ist im All­ge­mei­nen nur dann anzu­neh­men, wenn die Grün­de, auf die die Kün­di­gung gestützt wird, im Risi­ko­be­reich des Kün­di­gungs­geg­ners lie­gen. Wird der Kün­di­gungs­grund hin­ge­gen aus Vor­gän­gen her­ge­lei­tet, die dem Ein­fluss des Kün­di­gungs­geg­ners ent­zo­gen sind und aus der eige­nen Inter­es­sen­sphä­re des Kün­di­gen­den her­rüh­ren, recht­fer­tigt dies nur in Aus­nah­me­fäl­len die frist­lo­se Kün­di­gung.

Die Abgren­zung der Risi­ko­be­rei­che ergibt sich dabei aus dem Ver­trag, dem Ver­trags­zweck und den anzu­wen­den­den gesetz­li­chen Bestim­mun­gen 1.

Bei der Kün­di­gung eines Gefäl­lig­keits­ver­hält­nis­ses (hier: einer unent­gel­ti­chen Gebrauchts­über­las­sung) sind an das Vor­lie­gen eines wich­ti­gen Grun­des kei­ne hohen Anfor­de­run­gen zu stel­len. Es genügt viel­mehr, dass ein ver­nünf­ti­ger Grund für die Been­di­gung spricht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Janu­ar 2016 – XII ZR 33/​15

  1. BGH Urteil vom 11.11.2010 – III ZR 57/​10 NJW-RR 2011, 916 Rn. 9 mwN[]
  2. BGH Urteil vom 07.11.1985 – III ZR 142/​84 NJW 1986, 978, 980[]