Markt­platz als Stol­per­fal­le

In einem jetzt bekannt gewor­de­nen Urteil hat das Ober­lan­des­ge­richt Hamm eine Großstadt aus dem öst­li­chen Ruhr­ge­biet zum Scha­dens­er­satz wegen Ver­let­zung ihrer Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht ver­ur­teilt. Im Novem­ber 2002 blieb eine 75-jäh­ri­ge Frau mit einem Fuß an einer min­des­tens 1,7 cm hohen Kan­te einer auf einem Markt­platz ange­leg­ten Ent­wäs­se­rungs­rin­ne hän­gen und stürz­te. Die Frau erlitt infol­ge des Stur­zes mehr­fa­che Brü­che des rech­ten Unter­arms.

Markt­platz als Stol­per­fal­le

Zur Amts­haf­tung der Gemein­de hat das Ober­lan­des­ge­richt aus­ge­führt: Das gute Erschei­nungs­bild des neu her­ge­rich­te­ten Markt­plat­zes mit den nur an ein­zel­nen Stel­len ange­leg­ten Ent­wäs­se­rungs­rin­nen begrün­de bei einem Fuß­gän­ger eine erhöh­te Erwar­tungs­hal­tung dahin, den Platz gefahr­los betre­ten zu kön­nen. Da der Markt­platz aber ent­ge­gen die­ser Erwar­tung nicht ohne wei­te­res erkenn­ba­re Stol­per­stel­len auf­wei­se, stel­le die zu dem Sturz füh­ren­de Auf­kan­tung der Ent­wäs­se­rungs­rin­ne eine "Fal­le" und damit eine siche­rungs­be­dürf­ti­ge Gefah­ren­quel­le dar.
Aller­dings müs­se sich die Klä­ge­rin einen Mit­ver­schul­dens­an­teil von 1/​3 anspruchs­min­dernd zurech­nen las­sen, da der Unfall ver­mie­den wor­den wäre, wenn die Klä­ge­rin bes­ser auf­ge­passt hät­te.

OLG Hamm, Urteil vom 25.05.2004 – 9 U 43/​04