Scha­dens­er­satz wegen unter­las­se­ner Wider­rufs­be­leh­rung

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te noch­mals zum bis Ende 2001 gel­ten­den Haus­tür­wi­der­rufs­ge­setz zu ent­schei­den, die Ent­schei­dung ist auf die heu­ti­ge Rechts­la­ge aber eben­falls anwend­bar. Hier­nach ist die in § 2 HWiG nor­mier­te Pflicht zur Beleh­rung über das Wider­rufs­recht richt­li­ni­en­kon­form als Rechts­pflicht des Unter­neh­mers zu ver­ste­hen, deren Ver­let­zung eine Scha­dens­er­satz­pflicht aus Ver­schul­den bei Ver­trags­schluss zur Fol­ge haben kann. Ein Scha­dens­er­satz­an­spruch wegen unter­blie­be­ner Wider­rufs­be­leh­rung gemäß § 2 HWiG setzt aller­dings ein Ver­schul­den des Unter­neh­mers vor­aus. Für einen Scha­dens­er­satz­an­spruch aus Ver­schul­den bei Ver­trags­schluss wegen unter­blie­be­ner Wider­rufs­be­leh­rung gemäß § 2 HWiG muss der Dar­le­hens­neh­mer kon­kret bewei­sen, dass der Beleh­rungs­ver­stoß für den Scha­den ursäch­lich gewor­den ist, d.h. dass er den Dar­le­hens­ver­trag bei ord­nungs­ge­mä­ßer Beleh­rung tat­säch­lich wider­ru­fen hät­te.

Scha­dens­er­satz wegen unter­las­se­ner Wider­rufs­be­leh­rung

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Sep­tem­ber 2006 – XI ZR 204/​04