Die Sicher­hei­ten des Kau­ti­ons­ver­si­che­rers in der Insol­venz des Mie­ters

Nach Erlö­schen des Kau­ti­ons­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ist die Kau­ti­ons­ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft gegen­über den Gläu­bi­gern der Bürg­schafts­ver­trä­ge wei­ter­hin aus den bürg­schafts­ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen gebun­den 1. Dem Kau­ti­ons­ver­si­che­rer steht bei Inan­spruch­nah­me aus einer von ihm erteil­ten Bürg­schaft in der Insol­venz des Ver­si­che­rungs­neh­mers ein Abson­de­rungs­recht an einem ihm vor Insol­venz­eröff­nung siche­rungs­hal­ber abge­tre­te­nem Spar­gut­ha­ben auch dann zu, wenn es den gesi­cher­ten Anspruch erst nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens erwor­ben hat 2.

Die Sicher­hei­ten des Kau­ti­ons­ver­si­che­rers in der Insol­venz des Mie­ters

Die Siche­rungs­ab­re­de steht unter der auf­schie­ben­den Bedin­gung, dass ein Siche­rungs­fall ein­tre­ten wer­de und der Kau­ti­ons­ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft gegen­über der Schuld­ne­rin eine sicher­ba­re For­de­rung zusteht. Hin­sicht­lich des Regress­an­spru­ches nach § 774 BGB wie hin­sicht­lich des Auf­wen­dungs­er­satz­an­spru­ches nach §§ 675, 670 BGB ist aner­kannt, dass der Rechts­grund bereits mit Über­nah­me der Bürg­schaft ent­steht und inso­weit auf­schie­bend bedingt begrün­det wird 3. Danach stan­den der Kau­ti­ons­ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft im Zeit­punkt der Insol­venz­eröff­nung die hier in Rede ste­hen­den Haupt­for­de­run­gen bereits auf­schie­bend bedingt zu. Die wei­te­re Rechts­ent­wick­lung konn­te die Schuld­ne­rin nicht mehr beein­flus­sen; denn mit der Ertei­lung der Bürg­schaft durch die Kau­ti­ons­ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft war der Rechts­bo­den für die gesi­cher­te For­de­rung begrün­det 4.

Mit der Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens erlischt zwar der Geschäfts­be­sor­gungs­ver­trag, aber nur mit Wir­kung für die Zukunft, nicht mit Wir­kung ex tunc 5. Für die bereits zuvor auf­schie­bend bedingt ent­stan­de­nen Rück­griffs­rech­te ist des­halb das zum Zeit­punkt ihres Ent­ste­hens maß­geb­li­che Ver­trags­recht anwend­bar. Davon ist der Bun­des­ge­richts­hof bereits bis­her ganz selbst­ver­ständ­lich aus­ge­gan­gen 6.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Sep­tem­ber 2013 – IX ZR 148/​12

  1. BGH, Urteil vom 24.06.2010 – IX ZR 199/​09, ZIP 2010, 1453 Rn. 26; vom 18.11.2010 – IX ZR 17/​10, ZIP 2011, 282 Rn. 23[]
  2. BGH, Urteil vom 13.03.2008 – IX ZR 14/​07, ZIP 2008, 885 Rn. 8 ff[]
  3. BGH, Urteil vom 13.03.2008, aaO Rn. 11, 13 mwN[]
  4. BGH, Urteil vom 13.03.2008, aaO Rn. 11[]
  5. BGH, Urteil vom 06.07.2006 – IX ZR 121/​05, BGHZ 168, 276 Rn. 9[]
  6. vgl. BGH, Urteil vom 18.01.2007 – IX ZR 202/​05, ZIP 2007, 543 Rn. 16; vom 18.11.2010, aaO Rn. 23[]