Der Frei­stel­lungs­an­trag – und sei­ne Bestimmt­heit

Geht es um die Frei­stel­lung von einer auf Geld­leis­tung gerich­te­ten Ver­bind­lich­keit, so setzt der Frei­stel­lungs­an­trag die bestimm­te Anga­be von Grund und Höhe der Schuld vor­aus, von der frei­ge­stellt zu wer­den der Arbeit­neh­mer begehrt 1.

Der Frei­stel­lungs­an­trag – und sei­ne Bestimmt­heit

Dem genügt ein Antrag des Arbeit­neh­mers, der Er die Ver­bind­lich­keit, von der frei­ge­stellt wer­den soll, nach Gläu­bi­ger und Akten­zei­chen bezeich­net und ihren kon­kre­ten Umfang in voll­streck­ba­rer Wei­se angibt.

Der Bestimmt­heit des Antrags steht nicht ent­ge­gen, dass er die kon­kre­te Hand­lung nicht benennt, durch die die Frei­stel­lung erfol­gen soll. Ein dem gestell­ten Antrag ent­spre­chen­der Urteils­te­nor ist voll­streck­bar.

Der Anspruch auf Befrei­ung von einer Geld­ver­bind­lich­keit stellt eine ver­tret­ba­re Hand­lung dar, die nach § 887 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO zu voll­stre­cken ist 2.

So auch in dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall: Solan­ge der Auf­he­bungs- und Erstat­tungs­be­scheid des Job­cen­ters Land­kreis W noch nicht bestands­kräf­tig ist, kann der Arbeit­neh­mer nicht unmit­tel­bar Zah­lung ver­lan­gen. Wer die For­de­rung, von der er Befrei­ung ver­langt, selbst mit einem Rechts­be­helf bekämpft, bringt dadurch zum Aus­druck, dass er deren Besei­ti­gung noch für mög­lich, den Anspruch des Drit­ten also für nicht end­gül­tig gesi­chert hält 3.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 17. Janu­ar 2018 – 5 AZR 205/​17

  1. BGH 23.09.2004 – IX ZR 137/​03, zu VI der Grün­de[]
  2. vgl. BAG 20.11.1996 – 5 AZR 518/​95, zu III der Grün­de, BAGE 84, 344; BGH 10.08.2006 – I ZB 110/​05, Rn. 12, 14[]
  3. BGH 16.11.2006 – I ZR 257/​03, Rn.20 mwN[]