Der gesetz­li­che Rich­ter und die Begrün­dung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de

Wird mit einer Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de gemäß § 72 Abs. 2 Nr. 3 ArbGG das Vor­lie­gen eines abso­lu­ten Revi­si­ons­grun­des gel­tend gemacht, muss nach § 72a Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 ArbGG die Beschwer­de­be­grün­dung die Dar­le­gung des abso­lu­ten Revi­si­ons­grun­des nach § 547 Nr. 1 – 5 ZPO ent­hal­ten. Die blo­ße Benen­nung eines Zulas­sungs­grun­des genügt nicht. Der Beschwer­de­füh­rer hat viel­mehr die Tat­sa­chen, aus denen sich der Ver­fah­rens­feh­ler des Beru­fungs­ge­richts erge­ben soll, sub­stan­ti­iert vor­zu­tra­gen 1.

Der gesetz­li­che Rich­ter und die Begrün­dung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de

Die­sen Anfor­de­run­gen genüg­te die Beschwer­de­be­grün­dung im hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall nicht: Der abso­lu­te Revi­si­ons­grund der nicht vor­schrifts­mä­ßi­gen Beset­zung des Beru­fungs­ge­richts gemäß § 547 Nr. 1 ZPO liegt vor, wenn über die Rechts­strei­tig­keit ande­re Rich­ter ent­schei­den als die gesetz­lich beru­fe­nen. „Gesetz­li­cher Rich­ter“ bedeu­tet, dass sich der für die ein­zel­ne Sache zustän­di­ge Rich­ter im Vor­aus ein­deu­tig aus einer all­ge­mei­nen Rege­lung erge­ben muss 2. Dazu erschöpft sich der Vor­trag des Beklag­ten in Ver­mu­tun­gen. Er zeigt nicht ein­mal ansatz­wei­se auf, dass nach dem Geschäfts­ver­tei­lungs­plan des Thü­rin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richts zu der münd­li­chen Ver­hand­lung am 7. Juni 2011 die ehren­amt­li­che Rich­te­rin Fliß her­an­zu­zie­hen gewe­sen wäre.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 5. Dezem­ber 2011 – 5 AZN 1036/​11

  1. vgl. BAG 13.07.2005 – 5 AZN 292/​05; ErfK/​Koch 12. Aufl. § 72a ArbGG Rn. 5; GK-ArbGG/­Mi­kosch Stand Okto­ber 2011 § 72a Rn. 69[]
  2. BAG 13.10.2010 – 5 AZN 861/​10, Rn. 3, EzA ZPO 2002 § 547 Nr. 4; 26.009.2007 – 10 AZR 35/​07, Rn. 11, AP ZPO § 547 Nr. 7[]