Betreu­er­ver­gü­tung aus der Staats­kas­se – und der Ver­mö­gens­frei­be­trag des Betreu­ten bei Bezug von Ein­glie­de­rungs­hil­fe

Eine Berufs­be­treue­rin hat einen Anspruch auf Ver­gü­tung ihrer Amts­füh­rung gemäß §§ 1908 i Abs. 1 Satz 1, 1836 Abs. 1 Satz 2 und 3 BGB iVm § 1 Abs. 2 Satz 1 VBVG. Schuld­ner des Ver­gü­tungs­an­spruchs ist grund­sätz­lich der Betreu­te. Die zu bewil­li­gen­de Ver­gü­tung ist aber nach § 1 Abs. 2 Satz 2 VBVG aus der Staats­kas­se zu zah­len, wenn der Betreu­te mit­tel­los ist.

Betreu­er­ver­gü­tung aus der Staats­kas­se – und der Ver­mö­gens­frei­be­trag des Betreu­ten bei Bezug von Ein­glie­de­rungs­hil­fe

Er gilt nach §§ 1908 i Abs. 1 Satz 1, 1836 d Nr. 1 BGB als mit­tel­los, wenn er die Ver­gü­tung aus sei­nem ein­zu­set­zen­den Ein­kom­men oder Ver­mö­gen nicht, nur zum Teil oder nur in Raten auf­brin­gen kann. Die Inan­spruch­nah­me des Betreu­ten ist dabei auf die gemäß § 1836 c BGB ein­zu­set­zen­den Mit­tel begrenzt. Sein Ver­mö­gen hat der Betreu­te gemäß § 1836 c Nr. 2 BGB nach Maß­ga­be des § 90 SGB XII für die Betreu­er­ver­gü­tung auf­zu­brin­gen [1].

Im Aus­gangs­punkt steht der Betrof­fe­nen im hier ent­schie­de­nen Fall nach § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII iVm § 1 Nr. 1 der Ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII [2] ein Schon­be­trag in Höhe von der­zeit 5.000 € zu, so dass sie nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts zu ihren Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen ohne wei­te­res in der Lage ist, die nach § 5 Abs. 1 Satz 2 VBVG geschul­de­te; und vom Amts­ge­richt zutref­fend errech­ne­te Ver­gü­tung von 2.389, 20 € zu zah­len.

Ent­ge­gen der Ansicht des Land­ge­richts Ham­burg [3] ist der Betrof­fe­nen im Hin­blick auf § 60 a SGB XII jedoch kein zusätz­li­cher Frei­be­trag von wei­te­ren 25.000 € zuzu­bil­li­gen. Wie der Bun­des­ge­richts­hof bereits ent­schie­den hat, hat § 60 a SGB XII auf die Ermitt­lung des für die Betreu­er­ver­gü­tung ein­zu­set­zen­den Ver­mö­gens kei­nen Ein­fluss [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Juli 2019 – XII ZB 216/​19

  1. BGH, Beschluss vom 09.01.2013 XII ZB 478/​11 FamRZ 2013, 440 Rn. 12[]
  2. BGBl.2017 – I S. 519[]
  3. LG Ham­burg, Beschluss vom 02.04.2019 314 T 1/​19[]
  4. BGH, Beschluss vom 20.03.2019 XII ZB 290/​18 FamRZ 2019, 1006 Rn. 17 ff. mwN[]