All­ge­mei­ne Straf­mil­de­rungs­grün­de – und der Täter-Opfer-Aus­gleich

Liegt ein ver­typ­ter Mil­de­rungs­grund (hier: des § 46a Nr. 1 StGB) vor und trifft ein der­ar­ti­ger Mil­de­rungs­grund mit all­ge­mei­nen (nicht ver­typ­ten Mil­de­rungs­grün­den) zusam­men, so ist im Rah­men der gebo­te­nen Gesamt­be­trach­tung aller maß­geb­li­chen Straf­zu­mes­sungs­tat­sa­chen zunächst – unter Aus­klam­me­rung des beson­de­ren Mil­de­rungs­grun­des – allein auf die all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grün­de abzu­stel­len.

All­ge­mei­ne Straf­mil­de­rungs­grün­de – und der Täter-Opfer-Aus­gleich

Führt die­se Prü­fung bereits zur Annah­me eines min­der schwe­ren Fal­les, dann kann der so gefun­de­ne Straf­rah­men nach §§ 46a Nr. 1, 49 Abs. 1 StGB noch­mals gemil­dert wer­den.

Soweit die Straf­kam­mer bei Prü­fung des min­der schwe­ren Falls auf 'raub­spe­zi­fi­sche und all­ge­mei­ne gesetz­li­che Mil­de­rungs­grün­de' abstellt und ein beträcht­li­ches Über­wie­gen der straf­mil­dern­den Umstän­de fest­stellt, erscheint – unge­ach­tet des Umstan­des, dass sie die Bemü­hun­gen des Ange­klag­ten um Scha­dens­wie­der­gut­ma­chung als all­ge­mei­nen Mil­de­rungs­grund aus­drück­lich berück­sich­tigt – nicht aus­ge­schlos­sen, dass die­se allein schon hin­rei­chen­der Anlass für die Annah­me eines min­der schwe­ren Falls im Sin­ne des § 250 Abs. 3 StGB gewe­sen sind. Dies führt aber dazu, dass die Straf­kam­mer eine wei­te­re ggfs. gebo­te­ne- Straf­rah­men­mil­de­rung nach §§ 46a Nr. 1, 49 StGB unbe­rück­sich­tigt gelas­sen hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Novem­ber 2016 – 2 StR 171/​16