Frei­spruch – und sei­ne Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Spricht der Tatrich­ter einen Ange­klag­ten frei, weil er Zwei­fel an des­sen Täter­schaft nicht zu über­win­den ver­mag, so ist das durch das Revi­si­ons­ge­richt in der Regel hin­zu­neh­men.

Frei­spruch – und sei­ne Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Ein Urteil kann indes kei­nen Bestand haben, wenn die Beweis­wür­di­gung Rechts­feh­ler auf­weist. Das ist etwa der Fall, wenn sie lücken­haft ist, nament­lich wesent­li­che Fest­stel­lun­gen nicht berück­sich­tigt oder nahe lie­gen­de Schluss­fol­ge­run­gen nicht erör­tert wer­den, wenn sie wider­sprüch­lich oder unklar ist, gegen Denk­ge­set­ze oder Erfah­rungs­sät­ze ver­stößt oder wenn an die zur Ver­ur­tei­lung erfor­der­li­che Gewiss­heit über­spann­te Anfor­de­run­gen gestellt wer­den 1.

Der Tatrich­ter ist gehal­ten, die Grün­de für den Frei­spruch so voll­stän­dig und genau zu erör­tern, dass das Revi­si­ons­ge­richt in die Lage ver­setzt wird, an Hand der Urteils­grün­de zu prü­fen, ob der Frei­spruch auf rechts­feh­ler­frei­en Erwä­gun­gen beruht.

Ins­be­son­de­re muss er sich mit den von ihm fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen unter allen für die Ent­schei­dung wesent­li­chen Gesichts­punk­ten aus­ein­an­der­set­zen, wenn sie geeig­net sind, das Beweis­ergeb­nis zu beein­flus­sen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Novem­ber 2016 – 2 StR 222/​16 -

  1. st. Rspr.; vgl. BGH NJW 2008, 2792, 2793; NStZ 2010, 407, 408; NStZ-RR 2010, 182; BGH, Beschluss vom 20.11.2013 – 2 StR 460/​13[]
  2. vgl. BGH NJW 2008, 2792, 2793[]

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