Rich­ter­wech­sel – und die feh­len­de Nega­tiv­mit­tei­lung

Unab­hän­gig davon, ob es Gesprä­che im Sin­ne von § 257c StPO vor der Haupt­ver­hand­lung gege­ben hat, liegt eine Ver­let­zung des § 243 Abs. 4 Satz 1 StPO vor, wenn es kei­ne Nega­tiv­mit­tei­lung gege­ben hat1.

Rich­ter­wech­sel – und die feh­len­de Nega­tiv­mit­tei­lung

Sie ent­fällt auch nicht durch den zum Beginn der Haupt­ver­hand­lung erfolg­ten Wech­sel in der Per­son des Vor­sit­zen­den Rich­ters, der die Mit­tei­lungs­pflicht des neu­en Vor­sit­zen­den unbe­rührt lässt2.

Auf die­sem Ver­stoß aber beruht die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung aber nicht, wenn es unter Berück­sich­ti­gung einer dienst­li­chen Äuße­rung des ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den der Straf­kam­mer aus­ge­schlos­sen ist, dass ver­stän­di­gungs­be­zo­ge­ne Gesprä­che zwi­schen Ver­tei­di­gung und Ange­klag­ten geführt wor­den sind3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Janu­ar 2015 – 2 StR 123/​14

  1. BVerfG NStZ 2014, 592, 593 f. []
  2. BGH NJW 2014, 3385 []
  3. vgl. zum Beru­hens­aus­schluss BVerfGE 133, 168, 223 Rn. 98; BVerfG NStZ 2014, 592, 584; Bun­des­ge­richts­hof aaO Rn. 5 mwN []
  4. BVerfG, NJW 2014, 3504 f. []