Unter­brin­gung im psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – und die not­wen­di­ge Pro­gno­se

Die grund­sätz­lich unbe­fris­te­te Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus gemäß § 63 StGB ist eine außer­or­dent­lich belas­ten­de Maß­nah­me. Sie setzt neben der siche­ren Fest­stel­lung min­des­tens einer im Zustand der Schuld­un­fä­hig­keit (§ 20 StGB) oder der erheb­lich ver­min­der­ten Schuld­fä­hig­keit (§ 21 StGB) began­ge­nen Anlas­s­tat vor­aus, dass eine Wahr­schein­lich­keit höhe­ren Gra­des dafür besteht, dass der Täter infol­ge sei­nes fort­dau­ern­den Zustan­des in Zukunft erheb­li­che rechts­wid­ri­ge Taten bege­hen wird, die schwe­re Stö­run­gen des Rechts­frie­dens besor­gen las­sen.

Unter­brin­gung im psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – und die not­wen­di­ge Pro­gno­se

Die dazu not­wen­di­ge Pro­gno­se ist auf der Grund­la­ge einer umfas­sen­den Wür­di­gung der Per­sön­lich­keit des Täters, sei­nes Vor­le­bens und der von ihm began­ge­nen Anlasstat(en) zu ent­wi­ckeln.

Dabei sind an die Dar­le­gun­gen umso höhe­re Anfor­de­run­gen zu stel­len, je mehr es sich bei dem zu beur­tei­len­den Sach­ver­halt um einen Grenz­fall han­delt 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Mai 2016 – 4 StR 185/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 28.01.2016 – 3 StR 521/​15, NStZ-RR 2016, 135, 136; Beschluss vom 04.07.2012 – 4 StR 224/​12, NStZ-RR 2012, 337, 338 mwN[]