Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und der sym­pt­ma­ti­sche Zusam­men­hang

Die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus (§ 63 StGB) darf nur ange­ord­net wer­den, wenn zwei­fels­frei fest­steht, dass der Unter­zu­brin­gen­de bei der Bege­hung der Anlas­s­ta­ten auf­grund einer nicht nur vor­über­ge­hen­den psy­chi­schen Stö­rung im Sin­ne der in § 20 StGB genann­ten Ein­gangs­merk­ma­le schuld­un­fä­hig (§ 20 StGB) oder ver­min­dert schuld­fä­hig (§ 21 StGB) war, und die Tat­be­ge­hung hier­auf beruht.

Unter­brin­gung in der Psych­ia­trie – und der sym­pt­ma­ti­sche Zusam­men­hang

Der erfor­der­li­che sym­pto­ma­ti­sche Zusam­men­hang besteht, wenn der fest­ge­stell­te, für die Schuld­fä­hig­keit bedeut­sa­me Zustand des Täters für die Anlas­s­tat kau­sal gewor­den ist, wobei Mit­ur­säch­lich­keit genügt1.

In den Urteils­grün­den ist dar­zu­le­gen, wie sich die fest­ge­stell­te psy­chi­sche Stö­rung in der jewei­li­gen Tat­si­tua­ti­on auf die Ein­sichts- oder die Steue­rungs­fä­hig­keit aus­ge­wirkt hat und war­um die Anlas­s­ta­ten auf den ent­spre­chen­den Zustand zurück­zu­füh­ren sind2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Mai 2018 – 2 StR 132/​18

  1. BGH, Urteil vom 09.05.2017 – 1 StR 658/​16, NStZ-RR 2017, 272 f.
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 04.08.2016 – 4 StR 230/​16 11; Beschluss vom 26.07.2016 – 3 StR 211/​16, R&P 2016, 268 f.; Beschluss vom 10.11.2015 – 1 StR 265/​15, NStZ-RR 2016, 76; BGH, Beschluss vom 29.05.2012 – 2 StR 139/​12, NStZ-RR 2012, 306, 307