Wider­spruch zwi­schen Revi­si­ons­an­trag und Revi­si­ons­be­grün­dung der Staats­an­walt­schaft

Wider­spre­chen sich Revi­si­ons­an­trag und Inhalt der Revi­si­ons­be­grün­dung, so ist unter Berück­sich­ti­gung von Nr. 156 Abs. 2 RiSt­BV das Angriffs­ziel im Wege der Aus­le­gung zu ermit­teln 1.

Wider­spruch zwi­schen Revi­si­ons­an­trag und Revi­si­ons­be­grün­dung der Staats­an­walt­schaft

Die sonach gebo­te­ne Aus­le­gung der Revi­si­ons­be­grün­dung kann zur Annah­me eines auf ein­zel­ne Fäl­le beschränk­ten Rechts­mit­tels füh­ren.

Dies gilt auch, wenn die Staats­an­walt­schaft die Revi­si­on auf die "all­ge­mein erho­be­ne Sach­rü­ge" gestützt und in der Revi­si­ons­be­grün­dungs­schrift einen unbe­schränk­ten Auf­he­bungs­an­trag gestellt, die Begrün­dung des Rechts­mit­tels jedoch aus­schließ­lich auf die als rechts­feh­ler­haft bean­stan­de­te recht­li­che Wür­di­gung des Lebens­sach­ver­halts in drei Fäl­len bezo­gen hat ohne dass sich der Revi­si­ons­be­grün­dung Anhalts­punk­te dafür ent­neh­men las­sen, dass auch der Schuld- und Straf­aus­spruch im vier­ten Fall sowie die Maß­re­gel­an­ord­nung von dem Revi­si­ons­an­griff umfasst sein sol­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Janu­ar 2018 – 2 StR 200/​17

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 26.04.2017 – 2 StR 47/​17, NStZ-RR 2017, 201; BGH, Urtei­le vom 11.06.2014 – 2 StR 90/​14, NStZ-RR 2014, 285; vom 22.02.2017 – 5 StR 545/​16; und vom 06.07.2017 – 4 StR 415/​16, StRR 2017, Nr. 8, 18[]