Das frei­ge­stell­te Per­so­nal­rats­mit­glied – und sei­ne Ein­glie­de­rung in eine Dienst­stel­le

Die Ein­glie­de­rung des Beam­ten in sei­ne Dienst­stel­le wird durch die Frei­stel­lung von der Dienst­leis­tung als Mit­glied einer Per­so­nal­ver­tre­tung nicht auf­ge­ho­ben.

Das frei­ge­stell­te Per­so­nal­rats­mit­glied – und sei­ne Ein­glie­de­rung in eine Dienst­stel­le

Weil die jewei­li­ge Frei­stel­lung nur für bestimm­te Wahl­pe­ri­oden aus­ge­spro­chen wird und damit (struk­tu­rell) nur zu einer vor­über­ge­hen­den Abwe­sen­heit führt, ist hier­durch die Ein­glie­de­rung des Beam­ten in sei­ne Dienst­stel­le nicht auf­ge­ho­ben 1.

Mit der Ver­lei­hung eines sta­tus­recht­li­chen Amtes ist der Anspruch auf Über­tra­gung eines die­sem sta­tus­recht­li­chen Amt ent­spre­chen­den funk­tio­nel­len Amtes, eines "amts­an­ge­mes­se­nen Auf­ga­ben­be­reichs" ver­bun­den 2. Die Ver­lei­hung eines Sta­tusam­tes macht daher die Ein­glie­de­rung in die Behör­den­or­ga­ni­sa­ti­on des Dienst­herrn und die Zuwei­sung zu einer bestimm­ten Behör­de erfor­der­lich 3, die auch mit dem Begriff des Amtes im abs­trakt-funk­tio­nel­len Sin­ne umschrie­ben wird 4. Öffent­li­che Auf­ga­ben sind in Dienst­stel­len orga­ni­siert und der Wei­sungs­be­fug­nis des jewei­li­gen Vor­ge­setz­ten unter­stellt (vgl. § 35 Satz 2 BeamtStG), der nach­ge­ord­ne­ten Beam­ten der­sel­ben Dienst­stel­le Anord­nun­gen ertei­len kann 5. Dies gilt auch für Mit­glie­der von Per­so­nal­ver­tre­tun­gen; dem­entspre­chend wird bereits die Frei­stel­lung vom jewei­li­gen Dienst­stel­len­lei­ter ver­fügt 6. Auch ein von der Erbrin­gung sei­ner Dienst­leis­tun­gen frei­ge­stell­tes Mit­glied einer Per­so­nal­ver­tre­tung hat daher eine Stamm­dienst­stel­le. Sei­ne Zuord­nung zu sei­ner Dienst­stel­le wird durch die Frei­stel­lung von der Dienst­leis­tung als Mit­glied einer Per­so­nal­ver­tre­tung nicht auf­ge­ho­ben.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 19. Novem­ber 2015 – 2 B 262015 -

  1. vgl. BVerwG, Beschluss vom 15.05.2002 – 6 P 8.01, BVerw­GE 116, 242, 249[]
  2. BVerwG, Urteil vom 11.12 2014 – 2 C 51.13, BVerw­GE 151, 114 Rn. 28[]
  3. BVerwG, Urteil vom 18.09.2008 – 2 C 8.07, BVerw­GE 132, 31 Rn. 15[]
  4. vgl. Sum­mer, Bei­trä­ge zum Beam­ten­recht, 2007, S. 166 f.[]
  5. BVerwG, Urteil vom 27.11.2014 – 2 C 24.13, BVerw­GE 150, 366 Rn. 31[]
  6. vgl. BVerwG, Beschluss vom 10.05.1984 – 6 P 33.83, BVerw­GE 69, 222, 224[]