Nach dem Gerichts­be­scheid – Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de oder Antrag auf münd­li­che Ver­hand­lung?

Hat das Ver­wal­tungs­ge­richt durch Gerichts­be­scheid ent­schie­den, kön­nen die Betei­lig­ten zwar nach § 84 Abs. 2 Nr. 4 VwGO wäh­len, ob sie Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­le­gen oder münd­li­che Ver­hand­lung bean­tra­gen. Ent­schei­den sie sich für eine Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de, müs­sen sie sich aber auf die vom Ver­wal­tungs­ge­richt fest­ge­stell­te Tat­sa­chen­grund­la­ge ein­las­sen.

Nach dem Gerichts­be­scheid – Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de oder Antrag auf münd­li­che Ver­hand­lung?

Die Betei­lig­ten kön­nen mit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de kei­ne Ver­fah­rens­rügen erhe­ben, die sich gegen die Rich­tig­keit der fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen rich­ten. Das folgt aus der Auf­ga­ben­ver­tei­lung zwi­schen Revi­si­ons­ge­richt und Tat­sa­chen­ge­richt. Soweit es um beheb­ba­re Män­gel der Tat­sa­chen­fest­stel­lung geht, ist das Ver­wal­tungs­ge­richt das sach­nä­he­re Gericht. Der Antrag auf münd­li­che Ver­hand­lung ist der gege­be­ne Rechts­be­helf, um inso­weit unter­lau­fe­ne Ver­fah­rens­feh­ler durch das sach­nä­he­re Gericht zu behe­ben.

Die­sel­be Wer­tung liegt § 134 Abs. 4 VwGO zugrun­de. Auch bei der Sprung­re­vi­si­on kön­nen die Betei­lig­ten zwi­schen Rechts­mit­teln wäh­len, wel­che die Sache an das Revi­si­ons­ge­richt oder an das Beru­fungs­ge­richt als wei­te­rer Tat­sa­chen­in­stanz brin­gen. Ent­schei­den sie sich für die Revi­si­on, müs­sen sie sich mit der fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen­grund­la­ge abfin­den 1.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 3. März 2016 – 3 PKH 3.15

  1. BVerwG, Beschlüs­se vom 17.07.2003 – 7 B 62.03, Buch­holz 310 § 135 VwGO Nr. 4 17; und vom 11.01.2006 – 7 B 70.05ZOV 2006, 282 20; Bam­ber­ger, in: Wysk, VwGO, 2011, § 84 Rn. 26; Gei­ger, in: Eyer­mann, VwGO, 14. Aufl.2014, § 84 Rn. 25; Asch­ke, in: Gär­ditz, VwGO, 2013, § 84 Rn. 47[]