Gesell­schafts­ver­bind­lich­kei­ten beim Aus­schei­den eines Gesell­schaf­ters

Beruft sich in einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts der aus­ge­schie­de­ne Gesell­schaf­ter gegen­über der Aus­gleichs­for­de­rung der Gesell­schaft nach § 738 Abs. 1 i.V.m. § 739 BGB auf ein Zurück­be­hal­tungs­recht, gestützt auf sei­nen Anspruch auf Befrei­ung von den gemein­schaft­li­chen Schul­den (§ 738 Abs. 1 Satz 2 BGB), ist er, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einer aktu­el­len Ent­schei­dung betont, für das Bestehen der­ar­ti­ger Schul­den dar­le­gungs- und beweis­pflich­tig.

Gesell­schafts­ver­bind­lich­kei­ten beim Aus­schei­den eines Gesell­schaf­ters

Hat der aus­ge­schie­de­ne Gesell­schaf­ter mit einem von meh­re­ren Gesell­schafts­gläu­bi­gern eine Haf­tungs­be­schrän­kung ver­ein­bart (hier: quo­ta­le und auf einen Teil der Dar­le­hens­sum­me beschränk­te per­sön­li­che Haf­tung), kann er sich im Innen­ver­hält­nis gegen­über dem Anspruch der Gesell­schaft auf Aus­gleich sei­nes nega­ti­ven Aus­ein­an­der­set­zungs­gut­ha­bens auf die­se im Außen­ver­hält­nis mit dem Gläu­bi­ger ver­ein­bar­te Haf­tungs­be­schrän­kung nicht beru­fen. Die Gesell­schaft ist berech­tigt, ihre Ver­bind­lich­keit gegen­über dem Gläu­bi­ger in der vol­len, von ihr zum Stich­tag des Aus­schei­dens geschul­de­ten Höhe grund­sätz­lich in die Aus­ein­an­der­set­zungs­rech­nung ein­zu­stel­len.

Nach­schuss­zah­lun­gen der Gesell­schaf­ter in das Gesell­schafts­ver­mö­gen sind in der Aus­ein­an­der­set­zungs­rech­nung gegen­über dem aus­ge­schie­de­nen Gesell­schaf­ter unab­hän­gig davon zu pas­si­vie­ren, ob sie auf­grund eines wirk­sa­men oder eines unwirk­sa­men Gesell­schaf­ter­be­schlus­ses geleis­tet wor­den sind, oder ob sich die Gesell­schaft gegen­über dem Rück­zah­lungs­ver­lan­gen eines Gesell­schaf­ters auf Ver­jäh­rung beru­fen kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. März 2009 – II ZR 131/​08