Die strit­ti­ge Beru­fungs­sum­me – und der nicht begrün­de­te Ver­wer­fungs­be­schluss

Beschlüs­se, die der Rechts­be­schwer­de unter­lie­gen, müs­sen nach gefes­tig­ter Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs den für die Ent­schei­dung maß­geb­li­chen Sach­ver­halt wie­der­ge­ben [1]. Dies gilt auch für einen Beschluss, durch den die Beru­fung mit der Begrün­dung ver­wor­fen wird, die Beru­fungs­sum­me nach § 511 Abs. 2 Nr. 1 ZPO sei nicht erreicht [2].

Die strit­ti­ge Beru­fungs­sum­me – und der nicht begrün­de­te Ver­wer­fungs­be­schluss

Nach § 577 Abs. 2 Satz 4, § 559 ZPO hat das Rechts­be­schwer­de­ge­richt grund­sätz­lich von dem Sach­ver­halt aus­zu­ge­hen, den das Beschwer­de­ge­richt fest­ge­stellt hat. Feh­len tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen, ist es zu einer recht­li­chen Über­prü­fung nicht in der Lage. Aus­füh­run­gen des Beschwer­de­ge­richts, die eine sol­che Über­prü­fung nicht ermög­li­chen, sind kei­ne Grün­de im zivil­pro­zes­sua­len Sin­ne. Sie begrün­den einen Ver­fah­rens­man­gel, der von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen ist und die Auf­he­bung der Beschwer­de­ent­schei­dung nach sich zieht [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. März 2014 – V ZB 138/​13

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 16.09.2010 – V ZB 95/​10 3; vom 07.04.2011 – V ZB 301/​10, WuM 2011, 377 Rn. 3; vom 20.06.2001 – IX ZB 56/​01, NJW 2002, 2648, 2649; und vom 14.06.2010 – II ZB 20/​09, NJW-RR 2010, 1582, 1583 Rn. 5 mwN[]
  2. BGH, Beschluss vom 18.04.2013 – V ZB 81/​12, Rn. 3 mwN[]
  3. BGH, Beschluss vom 18.04.2013 – V ZB 81/​12 3; Beschluss vom 11.05.2006 – V ZB 70/​05, FamRZ 2006, 1030[]