Über­ra­schungs­ent­schei­dung

Eine den Anspruch auf recht­li­ches Gehör (Art. 103 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes, § 96 Abs. 2 FGO und § 76 Abs. 2 FGO) ver­let­zen­de Über­ra­schungs­ent­schei­dung kann gege­ben sein, wenn das Finanz­ge­richt sein Urteil auf einen bis dahin nicht erör­ter­ten recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Gesichts­punkt stützt und damit dem Rechts­streit eine Wen­dung gibt, mit der auch ein gewis­sen­haf­ter und kun­di­ger Pro­zess­be­tei­lig­ter selbst unter Berück­sich­ti­gung der Viel­zahl ver­tret­ba­rer Rechts­auf­fas­sun­gen nach dem bis­he­ri­gen Ver­lauf der Ver­hand­lung nicht rech­nen muss­te 1.

Über­ra­schungs­ent­schei­dung

Einer umfas­sen­den Erör­te­rung der für die Ent­schei­dung maß­geb­li­chen Gesichts­punk­te bedarf es dabei nicht 2.

Auch obliegt dem Finanz­ge­richt kei­ne all­ge­mei­ne Hin­weis­pflicht in dem Sin­ne, dass es sei­ne mög­li­che Beur­tei­lung andeu­ten müss­te 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 5. Febru­ar 2014 – III B 108/​13

  1. z.B. BFH, Beschluss vom 13.07.2012 – IX B 3/​12, BFH/​NV 2012, 1635[]
  2. BFH, Beschluss vom 25.05.2000 – VI B 100/​00, BFH/​NV 2000, 1235[]
  3. BFH, Beschluss vom 17.10.2012 – III B 68/​12, BFH/​NV 2013, 362[]